Thursday, February 12, 2009

No shift to the right in the Israeli elections

The Israeli elections do not signal a shift to the right, as many commentators are saying. Actually, it is more a shift to the center of Israeli society, which disdains ideology but condones opportunism and corruption. There are criminal investigations against central figures in all three leading parties, with strong evidence in every case. The differences among the parties are not so deep.

Many of the so-called Zionist left gave their votes to the center party, Kadima, because they wished to block Likud’s Benyamin Netanyahu. Netanyahu himself was not interested in his party's getting too many votes because that would have meant that the most radical right-wingers on his list would have to be seated in the Knesset and this would have made his position vis a vis President Barack Obama even harder.

Avigdor Lieberman, one of the big winners in the election, got large support for his popular anti-Arab slogans. Lieberman is not considered by the radical right-wingers to be one of their own, because, among other things, he supports a soft form of the so-called “Two States Solution”, which radical right-wingers completely reject. His anti-Arab racism is not stronger than is ingrained in most Zionist parties, he is just more honest about it.

Therefore it is not surprising that various extreme right-wingers claim that they lost the election. One of them, Israel Harel, even complained in a radio interview that Meretz, one of the opposing (but still Zionist) parties, lost so much. For him this is an expression of Israeli society's becoming less ideological.

Because Netanyhu wants to improve his position towards the USA, it is also very likely that his coalition will include Kadima and the “Labor” party of the present popular “defense” minister, Ehud Barak. “Labor” declares that it wishes to stay in the opposition and reconstruct itself, but "Labor" has always found it hard to resist the temptation of seats in the government. Joining the opposition would mean, most likely, the end of Barak’s political career and he knows it. The other “Labor” leaders will probably give in to pressure to prevent a government with Lieberman, although they have already been in a government with him before now.

The most likely scenario is that Netanyahu will share the Prime Minister's office in rotation with the present foreign minister, Tzipi Livni from the Kadima party. This is the most logical solution, because Netanyahu is not likely to get the support of the most radical right-wingers unless he resists any move to make concessions in the West Bank to the Palestinians, and in Israel to Kadima and “Labor.” That means that the most radical right-wingers are not likely to recommend Netanyahu to President Shimon Peres as the one he should pick to build the next government.

Netanyahu has to keep to the old Israeli line of letting the so-called two-states option stay open while acting against it. Therefore he cannot have a government based on the right-wing radicals who want a clear statement against a Palestinian state in the government's platform.

The elections also make it clearer for Israeli supporters of peace that their only chance to influence the country's policies are in extra-parliamentary structures.


Portugese:
http://palestinavence.blogs.sapo.pt/22446.html

Monday, February 9, 2009

Feige 20. Juli-Verschwörer

Die neu entflammte Debatte um Graf von Stauffenberg und um die Verschwörer des Hitler-Attentats vom "20. Juli" muss gar nicht so wortreich geführt werden.

Einige grundsätzliche Überlegungen dazu:

  1. Offensichtlich ist das Bedürfnis nach Helden und Mythen grösser als nach einer nüchternen historischen Analyse.
  2. Es ist eine grosse Schande für die deutsche Offizierskaste, dass ihre Angehörigen es nicht schafften, Hitler zu beseitigen. Viele hohe Militärs realisierten zwar relativ früh, dass Hitler Deutschland in den Abgrund führte; trotzdem waren sie zu feige, etwas Entscheidendes zu unternehmen. Das gescheiterte stümperhafte Attentat in einer solch späten Kriegsphase symbolisiert das Versagen dieser Befehlshaber auch gegenüber ihren eigenen Soldaten, die deshalb sehr leiden oder gar mit dem Leben bezahlen mussten. Wenn diese hohen Offiziere nicht einmal Verantwortung gegenüber ihren Untergebenen zeigten, wie kann man dann von ihnen erwarten, dass sie von den NS- Verbrechen gegenüber Juden, Fahrenden, Schwulen, Behinderten, Linken und anderen hätten berührt sein sollen?
  3. Auch die Alliierten tragen eine Mitverantwortung dafür, dass Hitler nicht eher beseitigt und der Krieg nicht schon viel früher zur Ende gebracht wurde. Viel Elend wäre damit allen erspart und auch die Zahl der ermordeten Juden viel kleiner geblieben. Es wäre angebracht gewesen, dass die Alliierten die deutsche Opposition ernsthaft unterstützt hätte. An deutschen Bittstellern fehlte es diesbezüglich bestimmt nicht.
    Wie wäre heute die Reaktion, wenn die USA es ablehnen würde, oppositionelle iranische Generäle und Wirtschaftsführer, die einen friedlicheren Kurs einschlagen wollen, zu unterstützen?
    Die damalige US-Ablehnung, deutschen Oppositionellen zur Seite zu stehen, kann kaum auf das Misstrauen gegenüber den Deutschen zurückzuführen sein. Denn dabei hätte es für die Alliierten nichts zu verlieren gegeben; im Minimalfall wäre ein noch breiterer Keil in die deutsche Führung getrieben worden.
    Insgesamt gesehen entsteht der starke Eindruck, als wäre die US-Regierung mehrheitlich aus wirtschaftlichen Gründen nicht an der Verkürzung des Krieges interessiert gewesen. Denn dieser hatte die US-Wirtschaftskrise endgültig beendet und zwei wichtige Konkurrenten ruiniert: Grossbritannien und Deutschland.




Sunday, February 1, 2009

Schweiz finanziert fragwürdige Studie über Nahostkonflikt mit

Sonntag / MittellandZeitung; 01.02.2009; Seite 20

Ausland

Das gute Geschäft mit dem Frieden

Schweiz finanziert fragwürdige Studie über Nahostkonflikt mit

Um das edle Ziel des Friedens im Nahen Osten ist eine regelrechte Industrie entstanden. Einer der Sponsoren: die Schweiz. Das Motto: Das Gegenteil von gut, ist gut gemeint. Dies demonstriert die neue Studie «Cost of Conflict in the Middle East» mit Schweizer Unterstützung, welche die indische Denkfabrik Strategic Foresight Group (SFG) vergangene Woche veröffentlicht hat.

Der Bericht über die Kosten des Nahostkonflikts solle politischen Führern in der Region zu denken geben und der breiten Öffentlichkeit die Augen öffnen. Er will mit der Zahl von 12 000 000 000 000 US-Dollar schockieren, die seit 1991 bis heute – ohne den Gaza-Krieg – verloren gegangen seien.

Bei genauer Betrachtung der Glanzpapier-Publikation entpuppt sich diese als oberflächliche, mit Fehlern gespickte Powerpoint-Präsentation, die kaum ihr Ziel erreicht. Völlig ausgeklammert wird, dass es auch Profiteure des Konflikts gibt, deren Gewinne bei den Berechnungen auch hätten einbezogen werden müssen. Es ist offensichtlich, dass etwa Israel aus der Besetzung von palästinensischen Territorien profitiert und Motoren der israelischen Wirtschaft – die Militärindustrie und die Armeezulieferer – aus dem Kriegszustand enorme Erlöse erzielen.

Der Report berücksichtigt zudem nicht, dass schon heute Handelsbeziehungen zwischen Israel und islamischen Ländern existieren. Selbstverständlich wissen Menschen im Nahen Osten, dass sie nicht nur im humanitären-, sondern auch im wirtschaftlichen Sinn einen hohen Preis für den Konflikt bezahlen – sie brauchen dafür keine Studien. Die israelischen Entscheidungsträger beschlossen, sich 2005 aus dem Gazastreifen zurückzuziehen, weil es als zu teuer erachtet wurde, die israelischen Siedlungen zu verteidigen.

Nach solchen Überlegungen sucht man in der Studie indes vergeblich. Peinlich ist, dass den Autoren nicht einmal der Wechselkurs von israelischem Shekel und US-Dollar bekannt ist. Eine Co-Autorin meint, dass die Abhandlung halt nicht für Experten gedacht sei.[Thomas Greminger, der Leiter der Abteilung ‚Menschliche Sicherheit' im EDA, der beim Projekt, mitwirkte.] Anders sieht dies EDA-Sprecher Andreas Stauffer. «Es werden Experten, Meinungsführer und Entscheidungsträger angesprochen, welche die Studie als Grundlage für eine Argumentation zugunsten einer Politik der Friedensförderung nutzen können», schreibt er. Immerhin: Die Schweiz hat die Studie mit 100 000 Euro mitfinanziert. Für mehr als kurze Agenturberichte hat sie jedoch in Israel bis jetzt nicht gesorgt. Diese Woche stellte eine israelische Untersuchung fest, dass sich die meisten Juden in Israel weder für grundlegende Fakten noch für Zahlen zum Konflikt interessieren. Shraga Elam

Währenddem die Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey wegen ihrem angeblichen Kopftuchkniefall vor dem Iran angegriffen wurde, traf sich die israelische säkulare Aussenministerin und Regierungschef-Kandidatin, Tzipi Livni, heuchlerisch keusch mit dem Mentor der religiösen Partei Shas, Rabbi Ovadia Josef. Mit dem Archivbild / Foto der beiden mokierte sich die Tageszeitung Ma’ariv auf ihrer Titelseite vom 29.1.2009 über Livnis Zickzackkurs:
Denn Livni will sich inzwischen ganz von der Shas distanzieren.



Sunday, January 18, 2009

Die nächste kriegerische Runde ist somit bereits programmiert

In eckigen Klammern sind Passagen, die keinen Platz in der Zeitung fanden bzw. nachträglich beigefügt wurden:

Sonntag / Mittellandzeitung (Schweiz); 18.01.2009; Seite 15

Meinung

Der nächste Krieg ist programmiert

Von Shraga Elam*

Die Nachricht: Die israelische Regierung plant einen einseitigen Waffenstillstand in Gaza. Das grüne Licht von Präsident George Bush für diesen Krieg – das «Abschiedsgeschenk» an seinen Nachfolger – erlischt offensichtlich vor Amtsantritt Obamas am Dienstag.
Der Kommentar: Eine erste Bilanz nach drei Wochen Krieg zeigt, dass Israel den militärischen Sieg nach Punkten, aber kein K. o. erreichte. [Einige israelische Kommentatoren sind sich einig, dass die einseitige Waffenruhe lediglich den internationalen Druck reduzieren und Israel ausländische Legitimation für einen härteren Vorgang verschaffen, falls keine Waffenruhe zustande kommt oder diese zusammenbricht.
Israel handelt offensichtlich nach folgendem arabischen Witz:
Ein Muslim ging zur Moschee, die er aber geschlossen vorfand. Der „Gläubige“ darauf erleichtert: Ich danke Dir Gott, dass das von Dir und nicht von mir kommt.]
Fakt ist: Verteidigungsminister Ehud Barak ist im Wahlkampf massiv gestärkt, die Hamas sind militärisch und politisch geschwächt, die Palästinenser und Araber gespaltener denn je und die syrische Friedens-«Offensive» abgewehrt.
Die israelische Armee brüstet sich, sie hätte sich besser als vor zwei Jahren im Libanon präsentiert, und gravierende Mängel bei der Planung, Ausrüstung, Logistik und Kriegsführung seien weitgehend behoben. Im Schlachtfeld wurden neue High-Tech-Systeme erprobt. So kamen Nachtsichtgeräte zum Zug, die der israelischen Armee erhebliche Vorteile verschafften.
[Anderseits ist der heutige Gegner bedeutend schwächer als die Hisbollah, und die Gegebenheiten in Gaza sind in mehreren militärischen Hinsichten günstiger als im Südlibanon. Trotzdem schaffte es Israel nicht, die palästinensischen Raketenangriffe zu neutralisieren.]
Die israelische Führung hat mit viel mehr Verlusten unter den eigenen Soldaten und Zivilisten gerechnet. Sie spielte zwar russisches Roulette mit dem Leben ihrer eigenen Bürger. Der – angeblich nicht als Folge eines Raketenbeschusses – ausgelöste Brand in einer chemischen Fabrik nahe der Stadt Ashdod deutete auf die Gefahr für zahlreiche Zivilisten hin, die eine massive Eskalation mit sich gebracht hätte. Doch dazu kam es nicht.
Also aus israelischer Sicht ein erfolgreicher Krieg? Wohl kaum. Die mittel- und längerfristigen politischen, juristischen und moralischen Auswirkungen dieses Krieges und die massive Verschärfung der humanitären Krise sind verheerend. Sogar die prominente rechtsradikale israelische Juristin Prof. Yafa Silberschatz rechnet damit, dass israelische Soldaten wegen Kriegsverbrechen vor europäische Gerichte gebracht werden. Die machtlose israelische Friedensbewegung geht angesichts der starken patriotischen Welle geschwächter aus der Krise hervor. Die Aussichten auf Frieden im Nahen Osten rücken damit in weite Ferne, zumal der Hass zwischen Arabern bzw. Muslimen und Juden (nicht nur in Israel) grösser wurde, die Motivation für Terroranschläge wächst und die wirtschaftlichen Kosten für Israel katastrophal ausfallen. Die nächste kriegerische Runde ist somit bereits programmiert.
* Shraga Elam ist israelischer Journalist und Friedensaktivist.

Sunday, January 11, 2009

Israel kann sich den Krieg nicht leisten

Die Stellen in eckigen Klammern erschienen aus Platzmangel nicht in der Zeitung.

Sonntag / MittellandZeitung (Schweiz); 11.01.2009; Seite 19

Israel kann sich den Krieg nicht leisten

Experten warnen vor einer wirtschaftlichen Katastrophe

Israels Feldzug gegen die Hamas verschlingt Hunderte Millionen. Es droht ein Staatsdefizit – zulasten der angeschlagenen Wirtschaft.

Von Shraga Elam

Martialische Worte beherrschen derzeit in Israel die öffentliche Debatte über den Krieg im Gazastreifen. Doch immer lauter werden auch die Stimmen von Wirtschaftsexperten, die vor den wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Feldzugs warnen.
Israel drohe durch die horrend hohen Kosten des Krieges gegen die Hamas eine wirtschaftliche Katastrophe, so die Experten wie Michael Sarel, Chefanalyst der Versicherungsgruppe Harel. Sie rechnen mit einem massiven Staatsdefizit und befürchten einen Rückfall in eine Krise wie in den Jahren 2002 und 2003. Damals konnte die Armee ihre Zulieferer nicht mehr bezahlen. Heute hat die globale Finanzkrise Israel fest im Griff. [Ohne die politischen, militärischen und moralischen Folgen des Feldzugs mit einzubeziehen], sieht so aus, als könne sich Israel diesen Krieg nicht leisten.
Kritik erntet vor allem Finanzminister Ronnie Bar-On, der markig sagte: «Die Wirtschaft wird die Armee nicht stoppen. Beim Militär wird nicht gespart.» Dieses Denken stösst sogar neoliberalen Kommentatoren wie Nechemia Strassler von der Zeitung «Ha’aretz» bitter auf. Er schrieb [sozialbewusst unter dem Titel «Es gibt kein Geld für hirngeschädigte Kinder, bei der Armee hingegen wird nicht gespart»]: «Agiert das Militär ohne wirtschaftliche Rechnung, wird die nationale Sicherheit darunter leiden. [Jede Milliarde Shekel, die für den Krieg ausgegeben wird, fehlt bei der Ausbildung und der Infrastruktur, weswegen das Einkommensgefälle wächst. Jede überflüssige Verschwendung bedeutet weniger Geld für Förderungsprojekte. Deshalb wird es 2009 weniger Wachstum und eine grössere Arbeitslosigkeit geben…]»
Man rechne für 2009 schon jetzt mit einem mindestens fünfprozentigen Staatsdefizit. Das Finanzministerium plane, zehn Milliarden Franken zu mobilisieren, um diesen Fehlbetrag zu decken – eine Unsumme für die israelische Wirtschaft.
Dieser Plan könnte verheerende Folgen haben: Die staatliche Unterstützung für Unternehmen [und Personen] müsste gekürzt werden, [soziale Unruhen], Zinserhöhungen und eine wachsende Inflation könnten die Folgen sein. Das wiederum würde das Investitionsklima verschlechtern und ausländische Investoren abschrecken.
Zu Beginn des Krieges gegen die Hamas war die Kriegskasse der Armee gut gefüllt: In den letzten zwei Jahren konnten Rückstellungen [für einen Krieg] in der Höhe von 460 Millionen Franken gemacht werden. Zusammen mit dem Etat für dieses Jahr hätte das Militär 690 Millionen Franken zur Verfügung.
Doch die dürften bald aufgebraucht sein: [Alleine] die Mobilmachung von 50 000 Reservisten kostet pro Tag 6,5 Millionen – ganz zu schweigen von den wesentlich höheren indirekten Verlusten, die durch den Arbeitsausfall der Soldaten entstehen.
Ein weiterer Verlustfaktor ist die Tatsache, dass fast alle Fabriken in der Region, die unter Dauerbeschuss palästinensischer Raketen stehen, lahmgelegt sind. Nach Angaben von «Ha’aretz» gibt es alleine im Umkreis von 20 Kilometern des Gazastreifens Betriebe mit einem Jahresumsatz von insgesamt 14 Milliarden Franken. Heute. [Inzwischen wird aber bereits ein Gebiet in 40 km Entfernung angegriffen].
[Ha’aretz wagt nicht einmal zu schätzen, was die eventuelle zivile und militärische Verwaltung des Gazastreifens kosten könnte, falls dieses Gebiet wiedererobert würde. Mit der bestehenden Bevölkerungsdichte und mit den zu rechnenden Terroranschlägen gegen die Besatzungsmacht benötigte Israel Milliarden-Beträge.
Hoffnung schöpfen die Kriegsplaner offensichtlich aus der Tatsache, dass Israel 2006, trotz der Lahmlegung des ganzen Nordens durch den Krieg mit Hizballah, ein Wachstum von 5.2% des Bruttosozialprodukts verzeichnete.
Die Lage heute aber ist völlig anders: Nicht nur war die Staatskasse damals voll und die Wirtschaft robust, sondern auch die Weltökonomie in einer anderen Situation. Die globale Krise erreichte Israel schon vor dem Krieg. Mit dessen Finanzierung durch die USA wird kaum gerechnet und auch viele jüdische Spender haben schwere Verluste verbucht.]
Doch statt die angespannte Situation zu entschärfen, droht die israelische Regierung mit einer Eskalation. Das macht den Eintritt der Hizballah oder Irans in diesen Krieg wahrscheinlicher. Entsprechend schlimmer wären auch die wirtschaftlichen Folgen.


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• Aufruf an israelische Soldaten Kriegsverbrechen zu stoppen.
Bitte unterschreiben, verbreiten und für Bekanntmachung sorgen!

• Ein Aufruf gegen die israelische Grossoffensive in Gaza

• “Passive” refusal is not enough to prevent war crimes

Friday, January 9, 2009

Israeli Soldiers' Duty to Prevent the Commission of War Crimes

Press Release


Journalist Shraga Elam calls upon the Israeli Attorney-General to reject the complaint, filed by the radical, right-wing group "Legal Forum for the Land of Israel," asking to prosecute an Israeli attorney on charges of incitement to rebellion for his legal opinion stating that Israeli soldiers have a duty to actively prevent the commission of war crimes in Gaza. This complaint is devoid of any legal basis, and is a malicious attempt to silence a legitimate, legal opinion ensuring compliance with international law. 

"While this warmongering organization is busy intimidating and harassing using threats and baseless accusations, I support the effort to save the lives of thousands of civilians, both Israeli and Palestinian," states Shraga Elam. "I call on Israeli soldiers to obey international law and Israeli law which prohibit violations of the laws of war and international humanitarian law. Israeli soldiers must prevent the commission of war crimes because it is their legal and moral obligation to do so."

Dozens of human rights organizations worldwide, including Amnesty International and Human Rights Watch, have accused Israeli civilian and military leaders of prima facie war crimes. Even Israeli human rights groups called for an investigation into whether Israeli soldiers had committed war crimes in Gaza. The Israeli army's indiscriminate bombing of residential neighborhoods, hospitals, clinics, police and fire stations, and civil administration buildings and the mass killing of civilians may constitute war crimes in many countries in Europe, and even "rank-and-file soldiers" may be prosecuted. Indeed, these actions may be prosecuted in any country, such as the United States, which applies the doctrine of universal jurisdiction.


The Attorney and I proposed a lawful and moral solution to Israeli soldiers who are concerned about being held accountable for war crimes - they should actively refuse to commit war crimes.

We note that that our appeal to prevent war crimes is supported by huan rights activists from all over the world, among them many Jews, including Meir Margalit, a former member of the Jerusalem city council, Geri Mueller, the chairman of the Foreign Affairs Committee of the Swiss Parliament, and thousands of individuals and organizations who have signed the following calls to Israeli soldiers:

1. Jews Call on Israeli Soldiers to Stop War Crimes www.ajjp.org/campaigns/signStatement.php?cid=15


“Passive” refusal is not enough to prevent war crimes

Even very few “select” people like computer experts can prevent war crimes on a large scale. Due to reliance on computer systems, there has never been so much power concentrated in the hands of so few “simple” individuals. Such experts can now prevent and stop war crimes.


“Passive” refusal is not enough to prevent war crimes


This I know from my own experience as a young Nahal soldier in the Six Day War of 1967. We were attached to a makeshift Golani battalion whose commander was Lieutenant-Colonel Moshe Yosef and we were part of the force that occupied Nablus. We were at the outskirts of the city when the commander brought to us a group of young Palestinian civilians. He claimed that they were Jordanian soldiers who had discarded their uniforms. Therefore, according to Lieutenant-Colonel Yosef, they were to be treated as spies, meaning that they were to be executed, and he ordered us to do so.

We refused to obey to this manifestly illegal order, but then two of our platoon (one was Sergeant Ilan Polivoda) volunteered to slaughter the poor guys. We were shocked and we felt that by our refusal in the battlefield we had done our utmost as simple soldiers vis-à-vis the Lieutenant-Colonel. We were not aware of the illegality of the order and merely reacted according to our feelings and upbringing.

The bottom line is that the crime was committed and our refusal did not prevent it. This is obviously the limit of “passive” refusal, because it does not prevent others from committing war crimes.

To this day I am haunted by the image of one of those poor guys condemned to die, who somehow anticipated what awaited him. He crawled on the ground and scratched it with his nails and whined like a wounded animal. And I just stood there with a bleeding heart and could not help.

This is only one of many such stories from that war. I have heard similar stories from many soldiers. And the uncensored version of the cult book of soldiers’ testimonies “Siah Lohamim” (The Seventh Day: Soldiers' Talk About the Six-Day in English), as published in the PhD. thesis of the historian Alon Gan, includes similar descriptions.

Today soldiers can more easily prevent war crimes in the making. They must do so, and we must draw their attention to that fact.

Even very few “select” people like computer experts can prevent war crimes on a large scale. Due to reliance on computer systems, there has never been so much power concentrated in the hands of so few “simple” individuals. Such experts can now prevent and stop war crimes.

Politics is much too serious a thing to be left to politicians and generals.

In a  legal analysis an Israeli lawyer proves that it is actually the duty of Israeli soldiers to do all in their might to prevent and disrupt ongoing war crimes. He refers directly to the Israeli army’s computer experts.

He writes:

“…Accordingly, soldiers in a position to prevent or disrupt war crimes are under the obligation to do so. For example, if they can access computers, communication systems, electricity or supplies and thus prevent a war crime, then the result of the above-mentioned analysis shows they are obliged to do so. By accessing the war crimes perpetrator’systems to prevent the commission of war crimes they are exercising their duty under international law norms to prevent mass killings or other grave breaches of the Fourth Geneva Convention. As mentioned above, their action would also be mandated by Israeli jurisprudence.”

It is beyond any doubt that it is not and cannot be defined as illegal to draw the attention of Israeli soldiers to their moral and legal duty. It is even our duty to do so (See the appeal to Israeli soldiers in three languages http://www.arendt-erhard.de/deutsch/palestina/texte/aufruf_israelische_soldaten_kriegsverbrechen_stoppen.htm#call) [this is not active anymore. It is still possible to see the signatories].

The stratagem used by the legal experts of the Israeli “defence” ministry to try to render war crimes “kosher” is nothing but a squalid ruse. On 7 December 2008 the legal advisor of the “security” system, Ahaz Ben-Ari, issued an expert opinion stating that if the Israeli army warns the civilian population in advance to evacuate the area to be attacked, artillery shelling or other attacks are allegedly allowed under international law. Prof. Ruth Lapidoth, a leading expert, alleged on Israeli radio on 5 December 2008 that even according to the Geneva Convention the presence of civilians in a military target does not automatically disqualify it as an objective for an attack.

Without being a legal expert it seems to me that according to international law and not just according to the moral code, there is a barrier to such attacks, and it is called “the proportionality principle” by jurists. This principle cannot be just arbitrarily expanded (see an interesting discussion on the subject on the Israeli Social TV. The discussion is in Hebrew with Arabic, English and Russian subtitles).

Please distribute widely the call in three languages to Israeli soldiers immediately to act accordingly:
http://www.arendt-erhard.de/deutsch/palestina/texte/aufruf_israelische_soldaten_kriegsverbrechen_stoppen.htm#call

This urgent legal call should be publicized in all media. It is our duty to support it in every way. A continuation of the present situation or further escalation means even more bloodshed.

Even if not a single soldier heeds the call, this would still constitute additional crucial pressure upon the Israeli leadership to seek a just political. As this leadership will not be able to tell if there is still at least at least one righteous person in Gomorra …

Monday, January 5, 2009

Die israelische "(End-)Lösung" des Konflikts


03.01.09
Von Shraga Elam. Offensichtlich hat Israel grünes Licht von den USA bekommen die Kämpfe zu eskalieren. Natürlich widerspricht dies dem Statement, dass „die USA Israel dazu angehalten hat, zivile Schäden bei ihren militärischen Operationen zu vermeiden.“ Auf die Frage ob es gerechtfertigt wäre, wenn Israel eine Bodenoffensive beginnen würde, sagte der stellvertretende Pressesprecher des Weißen Hauses, Gordon Johndroe: “Dies sind Entscheidungen, die von Israel gemacht werden“ (AFP: US gives Israel free rein on whether to invade Gaza, 2. January 2008).
Heute hat Israel begonnen Artillerie zu benutzten, dadurch wird bestimmt eine größere Anzahl von Zivilisten getötet werden und verwundet werden als beim Einsatz von “smart” Bombs. Vor ein paar Stunden begann die Bodenoffensive.
Es gibt Berichte, wonach die Israelische Armee Tausende von Flugblättern abgeworfen hat, die die Bevölkerung warnen sollen vor den gezielten Bombardierungen ihre Häuser zu verlassen. Mit diesem Schritt haben die israelischen Rechtsexperten das Gefühl, dass Israel keine Kriegsverbrechen im Sinne des internationalen Rechts tätigt.
2006 sagte Brig. General (res.) Fogel im staatlichen TV Kanal 1: “ “…the more we are able, with reasonable humaneness, to pressure the population so that they goes out of their houses and put pressure on Ismail Haniyyeh and on Abu-Mazen, the closer we’ll get to a situation in which, in the end …
Ayala Hasson (journalist): How will you do that? In theory it sounds simple. Fogel: It’s also simple in practice. By the way, we did it in Lebanon. We took 300,000 residents in Lebanon and drove them from south Lebanon to the gates of Beirut. We can do that here too. (…) Fogel: Ayala, it is not nice, but if we want to solve the problem and to stop the qassams then I assume that that is what we must do. Ayala, if a qassam fell not in the western Negev but – God forbid – in Herzliya, or in Ramat Hasharon or Raanana, I think that even you would change your tune.” Interview with the former Chief of Staff of the Southern Command, Zvi Fogel, Channel 1, “Today in the News”, 9 April 2006 ( Translation Mark Marshall http://www.kibush.co.il/show_file.asp?num=13244)
Eigentlich ist es schon erstaunlich, wie leicht selbst intelligente Israelis immer wieder von ihrer Führung zu manipulieren sind, so dass sie glauben, dass es nur die militärische Lösung im Nahost-Konflikt gibt. Selbst beim staatlichen Kanal 1, ein zentraler Teil des Propagandaapparates, schmuggelte gestern jemand eine alte Aufnahme vom Libanonkrieg 1982 unter die Nachrichtensendung zur besten Zeit. Die hohlen Worte des Ministers hätten von heute sein können. Bei den Zuschauern hätte die Botschaft eigentlich rüberkommen müssen. Es ist nicht genug, dass einige Israelis in zwanzig oder dreißig Jahren an ihrem post-traumatischem Syndrome arbeiten, weil sie an Kriegsverbrechen teilgenommen haben. Vielleicht ist das „Schießen und Weinen“ Syndrom gut genug um einen Oscar zu erhalten (siehe den erfolgreichen Film „Waltz with Bashir“, ein Film der das Selbstmitleid des israelischen Täters lobt ).
Es ist nicht genug nur von den Soldaten zu verlangen, den Wehrdienst zu verweigern. Selbst wenn Hunderte oder sogar Tausend dies tun, gibt es genug Soldaten, die das Verbrechen begehen. Ich weiß das aus meiner eigenen Erfahrung. 1967 bekamen wir den Befehl in Nablus ein Massaker durchzuführen. Die meisten von uns weigerten sich dies zu tun, ein paar taten es, aber wir taten nichts, um dies zu verhindern….

Heute, basiert die Armee hauptsächlich auf Computer Technologie, so dass selbst ein einziger Soldat am richtigen Platz Kriegsverbrechen stoppen kann. Niemals haben so wenig Menschen, wie Computerexperten, so viel Macht gehabt.

Das israelische Militärgesetzt sagt klipp und klar, dass Kriegsverbrechen zu vermeiden sind und dass die Durchführung von Befehlen verweigert werden kann, wenn die sogenannte „black flag” weht. …


Shraga Elam Zürich/Schweiz. Aus dem Englischen von N. Mattes.




Eine wirksame Strategie des gewaltfreien Widerstands gegen die gefährliche und zerstörerische Logik des Krieges ist erforderlich. Ein bedeutsamer erster Schritt in diese Richtung ist die Veröffentlichung und Verteilung eines Aufrufes an die Soldatinnen und Soldaten der israelischen Armee, Kriegsverbrechen zu verhindern; ein Appell der auf der folgenden deutschen Internetwebsite veröffentlich wurde:

http://www.arendt-erhard.de/deutsch/palestina/texte/aufruf_israelische_soldaten_kriegsverbrechen_stoppen.htm#call

Es ist vielleicht kein Zufall, dass der Aufruf gerade aus Deutschland kommt, denn der Anti-Militarismus ist heute in Deutschland viel stärker als in Israel. Einerseits lässt diese Entwicklung hoffen, dass eine aggressive Gesellschaft sich radikal ändern kann. Anderseits können wir es uns nicht leisten, vierzig bis sechzig Jahre darauf zu warten, bis solch ein Prozess auch in Israel greift.

Der Appell weist darauf hin, dass eine gewöhnliche Verweigerung nicht ausreicht und dass eine stärkere Aktion erforderlich ist, die israelische Führung zu zwingen, den Weg des Friedens zu verinnerlichen und ihn von ganzem Herzen zu suchen. Die Verhinderung israelischer Aggression wird auf diese Weise ein deutliches Friedenssignal aussenden. Ein Signal, das einen Prozess in Gang bringen kann, der für alle Bewohner des Nahen Ostens mehr Sicherheit bedeutet.


Saturday, January 3, 2009

A second US Xmas present to Israel – Green light for further escalation in Gasa – for mass expulsion!!! - The ground Assault started

Israel got obviously a green light from the US to escalate the fighting. This of course contradicts the statement that the „United States has urged Israel to avoid civilian casualties in their military operations.”
White House deputy press secretary Gordon Johndroe said when asked if Israel would be justified in launching a ground assault, "Those will be decisions made by the Israelis."
AFP: US gives Israel free rein on whether to invade Gaza (2. January 2008)
Even with the Israeli relative “restrain” already more than 100 civilians were killed. A Palestinian severe hit/s in Israeli territories will justify a wild escalation along the lines recommended by various Israeli officers like Brig. General (res.) Tzvi Fogel, or Colonel (res.) Gabriel Siboni: Bombing dense populated areas and causing the Gazan civilians to flee.
Today Israel started even without such a pretext to use artillery today and the likelihood that a larger number of civilians will be killed and wounded is much higher than when using “smart” bombs. Few hours ago The ground Assault started.

There are numerous reports that in the last days the Israeli air force has dropped thousands of leaflets over Gaza warning people to leave their homes before targeted bombing raids (http://africa.reuters.com/wire/news/usnB485081.html ). With this step the Israeli legal experts have the feeling that Israel is avoiding from committing war crimes in the sense of the international law.
The forceful transfer to Northern Sinai has started. Egypt will probably be “compelled” soon to open its gates.
In 2006 Brig. General (res.) Fogel said in the state TV station Channel One:
“…the more we are able, with reasonable humaneness, to pressure the population so that they goes out of their houses and put pressure on Ismail Haniyyeh and on Abu-Mazen, the closer we’ll get to a situation in which, in the end …
Ayala Hasson (journalist): How will you do that? In theory it sounds simple.
Fogel: It’s also simple in practice. By the way, we did it in Lebanon. We took 300,000 residents in Lebanon and drove them from south Lebanon to the gates of Beirut. We can do that here too.
(…)
Fogel: Ayala, it is not nice, but if we want to solve the problem and to stop the qassams then I assume that that is what we must do. Ayala, if a qassam fell not in the western Negev but – God forbid – in Herzliya, or in Ramat Hasharon or Raanana, I think that even you would change your tune.”
Interview with the former Chief of Staff of the Southern Command, Zvi Fogel, Channel 1, “Today in the News”, 9 April 2006 ( Translation Mark Marshall)
Colonel (res.) Gabriel Siboni pleads for the use of disproportionate force:
“Israel again will not be able to limit its response to actions whose severity is seemingly proportionate to an isolated incident.” Disproportionate Force: Israel’s Concept of Response in Light of the Second Lebanon War INSS Insight No. 74, October 2, 2008, Siboni, Gabriel
On December 1, 2005 the Israeli journalist Yigal Laviv wrote about a secret Sharon's plan to "encourage" the 'transfer" of most of the Gazans if not all of them to Northern Sinai (Inian Merkazi Heb.). Few months ago I saw an Egyptian report about intensifying the investments in projects that will enable soon the absorption in Northern Sinai of millions…..
For me it is crystal clear that since the outbreak of the second Intifada in September 2000 the Israeli leadership has being trying to complete the ethnic cleansing of 1948. (See e.g. my text from 2006).
In the geographical conditions in Gaza the Israeli strategy has better chances than in Lebanon. But still it is not clear how Hizballah, Syria and Iran will react to the blood bath in Gaza. They have the capability to fire missiles all over Israel. Another possible fall out is upheavals in various Arab countries.
The US opposition to this Israeli goal has been able till now only to slow down the cleansing but not to stop it. Israel just made from time to time some symbolic concessions under US pressure but not more. Now as a Xmas present and before departing from his office president Bush decided to give the green light for the Israeli satanic plan. Bush obviously leads “scorched earth” tactic and wishes to leave his successor Obama just shambles.
Just demonstrating and calling upon the conscious of the world community is not enough. There is an urgent need for a more effective strategy that will enable to prevent a larger catastrophe.
It is high time to call upon the Israeli soldiers to do their moral and political duty and try to stop the ongoing war crimes and prevent further escalation.
Actually it is amazing how even intelligent Israelis are easily manipulated again and again by their leadership to believe that there is a military “solution” to the Middle East conflict. But even on the state TV Channel 1, that is a very central part of the propaganda machinery, somebody succeeded to smuggle yesterday old footage from the Lebanon war of 1982 into a news broadcast in prime time. The hollow words of the minister speaking could have been from today and the viewers should have gotten the message.
It is not enough that some Israelis will in twenty or thirty years work on their Post-Traumatic-Syndrome because they participated in war crimes. Maybe the “Shooting and Crying Syndrome” is good enough to win an Oscar prize (see the successful film “Waltz with Bashir” . A movie praising the self pity of Israeli perpetrators.
It is not enough to demand from the soldiers just to refuse. As even if some hundreds or even thousand will not, there are more than enough soldiers who will commit the crime. I know it from my own experience. In 1967 we got an order to commit a massacre in Nablus. Most of us refused to do it, but some, very few did it and we did not prevent them...
Today, as the Israeli army relies to a wide extent on computer technology and therefore even a single soldier at the right place can stop the war crimes. Never have possessed so few people, like computer experts, so much power. The Israeli military law says clearly that everybody has to prevent war crimes and prevent the implementation of orders over which a so called black flag is flying.
The support, publication and propagation of the appeal unto Israeli soldiers to do their duty published in a German website ((there are English and Hebrew versions down the page)might have a deterring effect on the Israeli leadership even if not a single soldier will follow it. The broader support for the appeal will build a further pressure on the Israeli government to look at last for a just political settlement.
The Israeli soldiers will not just fulfill their moral duty but will help to prevent a catastrophe (Shoa) from happening to all the residents of the Middle East including the Israeli Jews.

Parallel to this, calls have to be launched appealing upon the Palestinian militants to declare a unilateral ceasefire. This might make it more difficult for the Israeli leadership to justify the war crimes.

Monday, December 29, 2008

Getting ready for the final push?

Reading Jeff Halper’s analysis I don’t know if I should cry or laugh.

He writes: “Let’s be crystal clear. Israel’s massive attacks on Gaza today have one overarching goal: conflict management.”

I presume that the Israeli government is not consulting Halper and that he does not have some secret sources. For me it is crystal clear that since the outbreak of the second Intifada in September 2000 the Israeli leadership has being trying to complete the ethnic cleansing of 1948. Of course nobody can call ethnic cleansing just “conflict management”.

The US opposition to this Israeli goal has been able only to slow down the cleansing but not to stop it. Israel just made from time to time some symbolic concessions under US pressure but not more.

This analysis is almost the only one that can explain the behavior of the Israeli leadership and there is enough material to support it.

The plan to “clean” Gaza is old, but only now it seems to be very close. I myself pointed at it again and again and predicted that it will be implemented along the same strategy demonstrated by the Israeli army in Southern Lebanon, i.e. an extensive bombardment that will lead to the flight of hundred thousands of civilians to Egypt and afterwards it would be much easier to cope with the Palestinian fighters. Some Israeli former generals propagated this strategy openly as papers of a respected Israeli military institute of the Tel Aviv University. A farther proof, among many others, is the recent publication in Ha’aretz that the Israeli government asked for expertise on the international legal situation of bombing of civil areas. As published in this daily, it can be understand that there are some “legal” ways to commit these war crimes, including the “evacuation” of civilians from their homes.

As a kind of Christmas and parting present president Bush obviously authorized a limited operation that should concentrate on combatants after Israel brought on November 4th. (US election day) the fragile ceasefire to fall through an obvious provocation, that the Hamas leadership was foolish enough not to overlook or to look for non-violent means to answer it.

The Israeli leadership obviously hopes now that there will be Palestinian reactions that will enable harsher steps, meaning more extensive bombardments which will lead to the flight of most of the Palestinians. In this way Israel will avoid the problems of the “day after” the war. Israel has no desire to control directly Palestinians and there is no acceptable alternative of other reliable force capable or wishing to oppress the Gazans.

In the geographical conditions in Gaza this Israeli strategy has better chances than in Lebanon. But still it is not clear how Hizballah, Syria and Iran will react to the blood bath in Gaza. They have the capability to fire missiles all over Israel. Another possible fall out is upheavals in various Arab countries.

It remains to hope that on the one side the Palestinian militants in Gaza will refrain from firing rockets at Israeli settlements and will develop at this late hour a non-violent strategy. On the other side it is necessary to appeal directly unto Israeli soldiers to do what is in their might to stop and prevent war crimes.

Today, as the Israeli army relies to a wide extent on computer technology and therefore even a single soldier at the right place can stop the war crimes. Never have possessed so few people, like computer experts, so much power. The Israeli military law says clearly that everybody has to prevent war crimes and prevent the implementation of orders over which a so called black flag is flying.

The support, publication and propagation of the appeal unto Israeli soldiers to do their duty published in a German website might have a deterring effect on the Israeli leadership even if not a single soldier will follow it. The broader support for the appeal will build a further pressure on the Israeli government to look at last for a just political settlement.

The Israeli soldiers will not just fulfill their moral duty but will help to prevent a catastrophe (Shoa) from happening to all the residents of the Middle East including the Israeli Jews.

Saturday, December 27, 2008

Ein Aufruf gegen die israelische Grossoffensive in Gaza

Seit sehr langem warne ich vor einer israelischen Grossoffensive in Gaza*. Aus verschiedenen Gründen wurde diese glücklicherweise verschoben, jedoch leider nicht aufgehoben. Die israelische Polit- und Militärelite will seit Anfang der zweiten Intifada in September 2000 die in 1948 begonnene ethnische Säuberung vervollständigen. Bislang kam dafür kein grünes Licht aus den USA. Jetzt allerdings beschert Präsident Bush sein Abschiedsgeschenk.


Nun ist eine wirksame Strategie des gewaltfreien Widerstands gegen die gefährliche und zerstörerische Logik des Krieges erforderlich. Ein bedeutsamer erster Schritt in diese Richtung ist die Veröffentlichung und Verteilung eines Aufrufes an die Soldatinnen und Soldaten der israelischen Armee, Kriegsverbrechen zu verhindern; ein Appell der auf der folgenden deutschen Internetwebsite veröffentlich wurde:

http://www.arendt-erhard.de/deutsch/palestina/texte/aufruf_israelische_soldaten_kriegsverbrechen_stoppen.htm#call

Es ist vielleicht kein Zufall, dass der Aufruf gerade aus Deutschland kommt, denn der Anti-Militarismus ist heute in Deutschland viel stärker als in Israel. Einerseits lässt diese Entwicklung hoffen, dass eine aggressive Gesellschaft sich radikal ändern kann. Anderseits können wir es uns nicht leisten, vierzig bis sechzig Jahre darauf zu warten, bis solch ein Prozess auch in Israel greift.

Der Appell weist darauf hin, dass eine gewöhnliche Verweigerung nicht ausreicht und dass eine stärkere Aktion erforderlich ist, die israelische Führung zu zwingen, den Weg des Friedens zu verinnerlichen und ihn von ganzem Herzen zu suchen. Die Verhinderung israelischer Aggression wird auf diese Weise ein deutliches Friedenssignal aussenden. Ein Signal, das einen Prozess in Gang bringen kann, der für alle Bewohner des Nahen Ostens mehr Sicherheit bedeutet.




*Siehe z.B.
60 Jahre Israel: Steht ein Armageddon bevor?

Kleine Freiheit vor der Grossoffensive

Sunday, November 9, 2008

Israel: Grösster Uhrenraub geklärt

Zwischen eckigen Klammern stehen Passagen, die keinen Platz in der Zeitung fanden.

Sonntag Mittellandzeitung
9. November 2008 Seite 22

Israel: Grösster Uhrenraub geklärt

Ein Ganove erbeutete vor 25 Jahren teure Stücke, darunter Nicolas Hayeks Lieblingsticker

Swatch-Gründer Nicolas Hayek hatte nicht mehr damit gerechnet, dass seine Lieblingsuhr wieder auftaucht. Jetzt ist sie wohlbehalten zurück – in einem Museum in Jerusalem.


von Shraga Elam


Es geschah im Jahr 1983: Aus dem «L.A. Meyer Museum of Islamic Art» in Jerusalem wurden unter mysteriösen Umständen 100 wertvolle Uhren gestohlen. Darunter befand sich auch die Lieblingsuhr von Swatch-Gründer Nicolas Hayek, ein Modell mit dem Namen «Marie Antoinette», das vom legendären Neuenburger Uhrmacher Abraham-Louis Breguet gemacht wurde und das heute einen Schätzwert von über 30 Millionen US-Dollar hat. Aus Angst, das Prachtstück würde für immer verschollen bleiben, liess Hayek die Uhr im Jahr 2005 mit grossem Aufwand nachbauen.
Mehr als 20 Jahre lang jagten die israelische Polizei, Privatdetektive, Interpol und der israelische Geheimdienst Mossad die Diebe. Die Fahnder hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, sie zu finden. Doch im August 2006 kam die Wende im wohl grössten Uhrenraub der Welt: Ein Antiquitätenhändler aus Tel Aviv meldete dem Islamischen Kunstmuseum, er habe einen Teil der vermissten Uhren gefunden.

Eine Anwältin habe mit ihm Kontakt aufgenommen und ihn beauftragt, einige Uhren zu schätzen. Der Experte hatte das Diebesgut erkannt und das Museum benachrichtigt. Die Polizei wurde aussen vor gelassen: Das Museum verhandelte mit der Anwältin, zahlte für 39 Uhren 150 000 Dollar. Erst als der Deal perfekt war, informierte es die Polizei.

Die nahm sofort ihre Ermittlungen auf. Und fand heraus, dass die Besitzerin der Uhren niemand anders war als Nili Schomrat, die Witwe des in Israel als genialen Einbrecher bekannten Na'aman Diller, der 2004 an Krebs gestorben war. Bei einer Dursuchung von Schomrats Haus in Los Angeles wurden wertvolle gestohlene Gegenstände entdeckt und Dokumente konfisziert. Sie führten zu Konten und Safes in mehreren Ländern. In Holland gab es den grössten Fahndungserfolg: Die Marie-Antoinette-Uhr wurde gefunden – allerdings berichtete zunächst niemand darüber. Die Polizei hatte eine Nachrichtensperre verhängt. Sie befürchtete, dass Medienberichte die Suche nach den anderen Uhren erschweren würde. [Am 21.11.2007 durfte die Zeitung Ha’aretz jedoch melden, dass 40 Uhren, darunter auch die «Marie Antoinette», gefunden worden waren. Diese Meldung vergrösserte nur das Mysterium um den Einbruch.]

Hinter den Kulissen aber gab sich die Polizei medienfreundlicher: Ein Team der investigativen Sendung «Uvda» (Fakt) des Zweiten israelischen TV-Kanals durfte die Untersuchungen begleiten. Die Uvda-Leute interviewten auch den Journalisten Danny Rubinstein, der die Geschichte von Na'aman Diller seit Jahren verfolgt. Rubinstein hielt sich nicht an die Nachrichtsperre und veröffentlichte am 29. Oktober dieses Jahres in der Wirtschaftszeitung «Calcalist» die Enthüllung über Diller und den Uhrenraub als eigene Leistung. Der spektakuläre Raub war nun auch öffentlich geklärt – ebenso wie die Frage, warum die Polizei den Einbrecherkönig Na'aman Diller nicht vorher schnappte.

[Der 1939 in einem Kibbutz geborene Diller fiel in dieser egalitären Gesellschaft schon als Kind auf. Er wurde als Schwächling und Aussenseiter gehänselt, und als er später prestigeträchtiger Pilotanwärter wurde, wollte er es allen zeigen: Mit einer Übungsmaschine flog Diller während seiner Ausbildung ganz tief über seinen Kibbutz. Ein Mitglied dieser Gemeinschaft, das ebenfalls bei der Luftwaffe war, reichte Beschwerde ein und Diller flog aus dem Kurs. Danach begann sein Niedergang. Im Kibbutz wurde er bei Diebstählen erwischt, was zu seinem Rausschmiss aus der Siedlung führte.]

Erstmals in Erscheinung trat der Meisterganove im Oktober 1967. Damals brach er in den Tresorraum einer Bank in Tel Aviv ein. Nachdem er sich den Weg in die Bank freigemacht hatte, ging [der Sauberkeitsfanatiker] Diller nach Hause, um sich zu duschen – und kam dann zurück, um die Safes auszuräumen und die Beute nach Hause zu bringen. Danach kehrte er noch einmal zurück in die Bank, machte aber zuviel Lärm – und wurde erwischt.

[Ein psychiatrisches Gutachten attestierte Diller einen IQ von über 130, jedoch begleitet von Schizophrenie. Nur Dank seiner hohen Intelligenz sei es ihm möglich, Kontakt mit der Realität zu behalten, meinte der Psychiater. Diller soll sich gemäss dem Gutachter minderwertig und verstossen gefühlt haben; seine Fähigkeit, die Polizei zu überlisten sei ihm deshalb eine Genugtuung gewesen.

Nach gut geplanten anderen Einbrüchen und mehrjährigen Gefängnisaufenthalten übersiedelte Diller 1976 nach Holland. Er wurde aber bei einem Einbruch in Amsterdam erwischt und eingebuchtet. Später versuchte er sein Glück in Schweden. 1980 kam er zurück nach Israel, wo er jedoch bei einem erneuten Bankeinbruch scheiterte und ein Jahr in Gefängnis musste.]


In der Nacht vom 15. April 1983 gelang Na'aman Diller sein grösster Coup. Über einen Lüftungsschacht drang er ins islamische Kunstmuseum in Jerusalem ein. Dies war möglich, weil Diller dünn und die Alarmanlage kaputt war. Gewieft wie er war, montierte Diller ein Mikrofon, um zu hören, ob der Wächter komme. Dieser schlief aber fest. Diller arbeitete gezielt und nahm sich nur die allerteuersten Uhren aus der Sammlung.

Obwohl die Methode des Einbruchs seine Handschrift trug, strich die Polizei Diller aus der Verdächtigenliste. Der ehemalige Kibbutznik hatte sie mit einem gefälschten Eintrag in seinem Pass davon überzeugt, dass er zur Zeit des Einbruchs im Ausland gewesen sei. Ein weiterer Hinweis auf Diller kam 1988 aus der Schweiz. Hier wurde er verhaftet, weil er im Besitz eines gefälschten Passes und von Uhren war, die, wie die Schweizer Polizei vermutete, gestohlen waren. Doch auch dies führte die israelische Polizei nicht auf Dillers Spur.

Erst nach seinem Tod konnte Na’aman Diller überführt werden. Schuld daran ist seine Witwe, die von dem Einbruch gewusst hatte und der der Meisterdieb genaue Anweisungen hinterlassen hatte, wie sie mit dem Diebesgut umzugehen hatte. Doch diese Anweisungen hat Dillers Witwe offenbar nicht genau befolgt – und die Polizei so auf die Spur ihres Mannes gebracht.

Noch immer haben die Fahnder nicht alle der 100 in Tel Aviv gestohlenen Uhren gefunden. Diller beschäftigt sie auch nach seinem Tod – zumal in seinen Dokumenten eine Sammlung von Zeitungsartikeln über ungelöste Kriminalfälle gefunden wurde. Die israelische Polizei vermutet nun, dass Diller eventuell auch hinter diesen stecken könnte.

Hat Frank Lowy Olmert bestochen?

Sonntag / MLZ; 09.11.2008; Seite 26
Wirtschaft

Datenklau betrifft Genfer Bank

US-Senator Carl Levin hat vertrauliche Kundendaten von Schweizer Bankkonto

von Shraga Elam

Der amerikanische Senator Carl Levin landete diesen Sommer einen Coup. Am Hearing über Steuerflucht, das vor allem den Fall UBS beleuchtete, outete er den zweitreichsten Australier, den jüdischen Milliardär Frank Lowy, als Kunden der Liechtensteiner Bank Liechtenstein Global Trust (LGT). Was bisher niemand wusste: Offenbar ist es ihm damit auch gelungen, das Schweizer Bankgeheimnis zu durchbrechen.
Die Daten über Lowy hat dem streitbaren Senator indirekt der ehemalige IT-Mann der LGT, Heinrich Kieber, geliefert. Der hat vor Jahresfrist umfangreiches gestohlenes Datenmaterial für Millionen an den deutschen Geheimdienst verkauft – und die Deutschen haben Levin bedient.
Die Amerikaner interessierten sich für Lowy, weil sein Sohn Peter US-Bürger ist. So wurde auch sein Vater Gegenstand der Senat-Untersuchung. Offenbar kamen die Amerikaner über diesen Umweg auch zu Schweizer Kontonummern. Die Liechtensteiner Dokumente führten den US-Senat-Untersuchungsausschuss zu einem Konto der Bank Jacob Safra in Genf. Eines der Dokumente beweist, dass das Liechtensteiner LGT-Konto im Dezember 2001 liquidiert wurde und 68 Millionen Dollar zur Bank Safra in Genf transferiert wurden.
Safra war erst kurz zuvor gegründet worden. Gemäss der israelischen Wirtschaftszeitung «Globes» wollte man bei Safra mehrheitlich jüdische Grosskunden anziehen. Als Freund Joseph Safras, des Besitzers der Bank, wurde Lowy dessen Kunde. Kurz danach wollte Lowy von Safra die First International Bank of Israel (FIBI) übernehmen.
Die israelische Aufsichtsbehörde verhinderte den Deal jedoch. 2005 versuchten Safra und Lowy gemeinsam, den Anteil des israelischen Staates an der Bank Leumi zu kaufen. Obwohl die beiden das Angebot später zurücknahmen, beschäftigt die israelische Justiz bis heute der Verdacht, dass Premier Ehud Olmert, der damals als Finanzminister amtierte, seinem Freund Lowy bei der Übernahme zu helfen versuchte. Angeblich ging es auch um Parteispenden. Lowy bestreitet jedoch, dass er je für Olmert gespendet habe.
Gegenüber dem US-Senat behauptete Lowy, er habe die Konten in Liechtenstein und später in der Schweiz nur für seine Wohltätigkeitsprojekte in Israel benutzt. Er beteuerte weiter, dass es sich dabei nicht um Schwarzgelder handle. Lowy spendet tatsächlich sehr grosszügig in Israel. Alleine der Universität Tel Aviv schenkte er 6,6 Millionen Dollar. Eine legale Spendenaktivität, so stellte der US-Senat fest, rechtfertige aber nicht die Verschleierungsmanöver, die die LGT-Dokumente ans Licht brachten. Am 1. Oktober berichtete die «New York Times», dass das Schweizer Bundesamt für Justiz (BJ) sich im Fall von amerikanischen UBS-Klienten sehr kooperativ zeige und Kundeninformationen liefere. Es werden in diesem Zusammenhang auch Kunden, die von Kieber aufgedeckt wurden, erwähnt.
Obwohl das BJ nicht kommentieren will, ob auch Lowy oder die Bank Safra im US-Amtshilfeersuchen vorkommen, rechnen Personen im Umfeld der Bank, dass über kurz oder lang auch Lowys Akten an die USA ausgeliefert werden. Und auch eine Rechtshilfe an Israel wird nicht ausgeschlossen, da der Verdacht der Bestechung ausländischer Amtsträger über Lowys Schweizer Konto besteht.

Monday, October 20, 2008

Ehemaliger Präsident der jüdischen Anti Defamation-Kommission wegen übler Nachrede verurteilt

Letzte Woche gab das Bezirksgericht Zürich bekannt, dass es Roman Rosenstein, den ehemaligen Präsidenten der Anti Defamation-Kommission des B'nai B'rith wegen übler Nachrede verurteilt habe.

Rosenstein, der immer wieder Druck auf verschiedene Schweizer Medien auszuüben weiss, um angeblich eine sachliche Berichterstattung über den Nahost-Konflikt zu erzielen, nimmt es selber nicht so genau mit Fakten und scheut sich nicht vor Diffamierungen. Dieser Lobbyist operiert, wie im Rahmen meines Prozesses gegen ihn bewiesen wurde, mit völlig erfundenen Behauptungen, um politische Gegner schlecht darzustellen und sie damit zu ‚neutralisieren‘, sprich mundtot zu machen.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu Ehren der verstorbenen jüdischen Poetin Else Lasker-Schüler am 29.10.2006 in Zürich ergriff Rosenstein das Wort aus dem Publikum und liess eine Hasstirade gegen mich los, weil ich es gewagt hatte, eine legitime und notwendige Protestaktion im Vorfeld der Veranstaltung mit zu lancieren und beim Eingang mit anderen Personen Flugblätter zu verteilen. Unser Protest richtete sich gegen den Umstand, dass die Friedensaktivistin, Rechtsanwältin und Trägerin des alternativen Friedensnobelpreises, Felicia Langer, ausgeladen und durch den u.a. wegen pointiert antiislamischen und gegen Friedensaktivisten hetzenden deutschen Publizisten, Henryk M. Broder, ersetzt worden war, und dies an einer Veranstaltung zu Ehren der Dichterin, die schon in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts für Versöhnung zwischen Arabern und Juden plädierte.

Mit der klaren Absicht, mich zu diskreditieren, erfand Rosenstein u.a, dass ich aus der israelischen Armee desertiert sei, um mich als unglaubwürdigen Feigling darzustellen (Als Frontsoldat nahm ich an drei Kriegen in Israel teil). Rosensteins Verleumdungen wurden nach kurzer Zeit auch dem Moderator, Thomas Buomberger, zu bunt; er unterbrach ihn und sagte, dass ich weder Gegenstand der Debatte, noch im Saal anwesend sei (ich verfolgte das Geschehen per Video-Übertragung aus einem Nebenraum). Nach der Veranstaltung fragte ich Rosenstein, woher er die Info über meine angebliche Desertion habe. «Dass hast Du selber geschrieben,» erwiderte er. Ein entsprechendes Zitat aber wurde im Prozessverlauf nicht eingereicht.

Bei den Vorverhandlungen zum Prozess wurde es noch bunter. So behauptete Rosenstein, mit dem ich seit mehr als zwanzig Jahren per Du bin, er habe u.a. gedacht, weil ich angeblich nicht nach Israel dürfe, müsse dies wegen meiner vermeintlichen Desertion sein. Seine Behauptung über das Einreiseverbot ist aber völlig falsch und frei erfunden, denn ich fahre problemlos regelmässig nach Israel. Dürfte ich tatsächlich nicht in mein Heimatland reisen, so könnte es auch andere Gründe dafür geben.

Um meinen Vorwurf zu entkräften, dass er nur mit der Absicht, mich zu diffamieren an der Lasker-Schüler-Veranstaltung gesprochen habe, behauptete Rosenstein, er habe mich thematisiert, um das Publikum über den Hintergrund unserer Protestaktion zu informieren.

Diese Behauptung überzeugte das Zürcher Gericht indes nicht, das folgendes feststellte:

«Schliesslich vermag das Argument, der Angeklagte hätte sich nur zu Wort gemeldet um dem eingangs durch das Flugblatt angeblich falsch erweckten Eindruck des Anklägers zu entgegnen und einen inhaltlichen Beitrag zu leisten, keinen objektiven Rechtfertigungsgrund zu liefern.»

Es waren schliesslich über 200 Personen, viele aus Israel, die unsere Protestschrift unterzeichneten (sie waren auf dem Flugblatt aufgelistet). Und nicht nur ich, sondern weitere Personen verteilten diese Flyer. Insofern ist es vielsagend, dass Rosenstein ausgerechnet die Beschreibung meiner Wenigkeit – und noch dazu mit völlig falschen Angaben – in den Vordergrund rückte, anstatt über die Protestaktion, mehr über Felicia Langer und über den Hintergrund ihrer Ausladung zu reden. Entsprechend schreibt das Gericht:

«Zudem ist nicht ersichtlich, welchen objektiven Diskussionsbeitrag er [Rosenstein –se] mit dieser falschen biographischen Tatsachenbehauptung [meine angebliche Desertion – se] am Schluss noch hätte leisten wollen.»

Das Gericht wollte der Argumentation Rosensteins nicht folgen, dass mit seiner falschen Behauptung über meine vermeintliche Desertion keine Ehrverletzung verursacht worden sei, weil ich selber nach der besagten Veranstaltung geschrieben habe, dass, angesichts der israelischen Politik, eine Desertion eine grosse Ehre gewesen wäre.

Im Urteil steht zu diesem Einwand:

«Diese Reaktion nach der fraglichen Veranstaltung hat mit der früheren Biographie des Anklägers nichts zu tun. Aus den eingereichten Artikeln (act. 2/15/3-5) geht viel-mehr klar hervor, dass der Ankläger seine Legitimation als Armeekritiker nicht zu¬letzt mit seinen Erfahrungen als mehrfacher Kriegsteilnehmer begründet. Dieser biographische Hintergrund wird durch die Abqualifizierung mit dem Begriff "Deserteur", welcher im übrigen Handlungsweisen bis hin zu einem Überlaufen zum Feind erfasst (vgl. Duden, Die neue deutsche Rechtschreibung, 22. Aufl., Band 1, S. 285), offenkundig pejorativ in unzulässiger Weise verfälscht.»

Trotz der Verurteilung wollte das Gericht Rosenstein nicht bestrafen, da er dadurch, dass er die Prozesskosten tragen muss und durch das Strafverfahren als solches genügend beindruckt wurde. Indem Rosenstein seinen Fehler zugab, erfüllt er – so das Gericht – die Bedingungen des Artikels 173 Ziffer 4 des Strafgesetzbuchs:

«Nimmt der Täter seine Äusserung als unwahr zurück, so kann er milder bestraft oder ganz von Strafe befreit werden.»

Als mildernder Umstand betrachtet das Gericht das Folgende:
«Auch fiel die unbedachte Äusserung im Rahmen einer hitzigen Diskussion über ein höchst umstrittenes Thema.»

Es ist nicht nur so, dass ich während der Podiumsdiskussion nicht im Saal anwesend war und es entsprechend auch keine hitzige Diskussion mit mir geben konnte, sondern dass ja Rosenstein nach der Veranstaltung seine Aussage wiederholte, wie dies schon oben erwähnt wurde. Abgesehen davon, ist es nicht nur so, dass er sich nicht für seine Diffamierung entschuldigte, sondern versuchte, mich vor dem Gericht mit anderen haarsträubenden Schauermärchen weiter zu verleumden. Mit Unwahrheiten also, die auch keine Relevanz für meinen Militärdienst oder vermeintliche Desertion haben. So erzählte er von angeblichen Gewaltdrohungen meinerseits im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung. Er machte Andeutungen über angeblich belastendes Material gegen mich im Besitz eines israelischen Privatdetektivs, welcher früher für einen israelischen Geheimdienst tätig gewesen sei. Auch wollte Rosenstein seinen Freund Henryk Broder als Zeuge einladen, obwohl mich dieser lediglich zu verleumden und nichts über meinen Militärdienst zu berichten weiss.

Voller Stolz erwähnte Rosenstein in Anwesenheit meines Anwalts Bernard Rambert und mir wie er bei TeleZüri in der Absicht interveniert habe, dass diese TV-Station mich nicht mehr als Interviewpartner einladen solle. Es ist entsprechend anzunehmen, dass Rosenstein in seiner Position als Präsident der Anti Defamation-Kommission des B'nai B'rith Zürich in den Jahren 1998 bis 2005 auch bei anderen Redaktionen Druck ausübte, dass Texte von mir nicht veröffentlicht werden.

Es ist also nicht korrekt, dass das Gericht auf eine Bestrafung Rosensteins total verzichtet. Der milde Umgang mit übler Nachrede in der Schweiz – im internationalen Vergleich – ist wirklich erstaunlich. Vor allem, wenn der Täter so offensichtlich schlampig mit Fakten umgeht und sein Opfer auch berufliche Konsequenzen durch solche Diffamierungen zu tragen hat.

Wenn man über antidemokratische Machenschaften einer pro-Israel-Lobby spricht, so kommt oft prompt der Vorwurf, dies sei eine antijüdische Behauptung. Rosensteins Aktivität gegen mich kann, ohne wenn und aber, als Beweis für solche Machenschaften gelten. Mit erfundenen Fakten, Vermutungen usw. wird fröhlich diffamiert, um unliebsame Kritik zu unterdrücken.

Sunday, October 5, 2008

Henryk Broder dichtet mir eine Freundschaft mit David Irving an.

Am 15.4.2000 schrieb ich eine Email an David Irving, in der Absicht ihn zu überzeugen, seine Holocaust-Leugnerei aufzugeben. Die Mail war sehr komprimiert, da sie nicht für die Öffentlichkeit gedacht war. Dies führte zu absichtlichen und unabsichtlichen Missverständnissen, nachdem Irving das Schreiben - ohne meine Erlaubnis - auf seiner Webseite veröffentlicht hatte. Uninformierte LeserInnen könnten sich daran stossen, dass ich schreibe, Irving sei ein brillanter Forscher gewesen, bis er die industrielle NS-Judenvernichtung zu leugnen begann. Mit dieser Aussage zitierte ich jedoch anerkannte Historiker aus der New York Times 1999 .

Viele wissen auch nicht, dass bis heute kein schriftlicher Befehl Hitlers für die industrielle Judenvernichtung und auch keine klaren Beweise gefunden wurden, dass Hitler von der Vergasung der Juden wusste. Selbst Adolf Eichmann sagte in Israel aus, dass er einen solchen Befehl nicht gesehen habe. Alle gängigen Argumentationen, die für einen solchen »Führerbefehl« sprechen, können höchstens als Indizienbeweise gelten.

Anders als Irving will ich jedoch damit weder Hitler reinwaschen noch die Judenvernichtung in Frage stellen. Ich versuchte, Irving eine Erklärung für das Paradox anzubieten, dass ausgerechnet zum für das NS-Regime wichtigsten Thema - zur Judenvernichtung - bislang kein überzeugender schriftlichen Beweis für einen »Führerbefehl« gefunden wurde. Hitlers scharfe öffentliche antijüdische Hetze schuf das Klima, welches, meiner Meinung nach, die in der Mail an Irving formulierte Verschwörung Himmlers ermöglichte (weitere Infos in der Serie von Schweizer Radio DRS 1998. Eine neuere Zusammenfassung in Inamo 2008).

Eine ausführlichere Version meiner Argumentation wurde ebenfalls am 15.4.2000 in der Berner Zeitung publiziert; dort wurden auch Begriffe wie Holocaust-Religion, also der Missbrauch des NS-Judeozids für politische Zwecke, erläutert.

Der renommierte Shoa-Experte Professor Randolph L. Braham, der nota bene mit vielen meiner Analysen nicht einverstanden ist, erkennt, wie auch andere Experten, keine Holocaust-Leugnung in meiner Arbeit. Auf meine Bitte hin hielt er dies auch schriftlich fest.
Es braucht schon eine grosse Portion Bosheit, gekoppelt mit Sach- und Sprachunkenntnis, aus meiner Mail an Irving eine Unterstützung für die Holocaust-Leugnung abzuleiten, wie dies der Journalist Henryk M. Broder tut. Mir eine Freundschaft mit Irving aus einer einzigen Email anzudichten, in welcher meine Ablehnung der Leugnung zu lesen ist, ist boshaft und diffamierend. Broders Verzerrung erreichte ihren Höhepunkt, als er einen etwas komplizierten englischen Nebensatz in die gegenteilige Aussage übersetzte.
»…still all the “proofs” against the gas chambers in Auschwitz are not convincing at all.«

Was auf Deutsch korrekt heisst: »…dennoch sind alle “Beweise“ gegen die Gaskammern in Auschwitz absolut nicht überzeugend.« fasste Broder so zusammen: »Die Beweise für die Gaskammern in Auschwitz sind “nicht überzeugend”«
Damit nicht genug. Die Farce ging weiter, als Broders Anwalt an den Zürcher Richter schrieb, der meine Ehrverletzungsklage behandelt, und im Namen seines Mandanten dementierte, dass die besagte falsche Übersetzung je in seinem Text gestanden habe.

Tatsächlich steht im Archiv von achgut.com der Beitrag heute ohne den peinlichen falsch übersetzten Nebensatz. Nur gibt es mehrere Beweise, dass dieser in der ursprünglichen Version zu lesen war und der preisgekrönte Journalist nachträglich versuchte – wahrscheinlich, nachdem er meine Klageschrift bekommen hatte –, stümperhaft seine Blösse zu verdecken. Er wusste nicht, dass Vieles, was im Internet geschieht, Spuren hinterlässt, das auch normal Sterbliche finden können.

Geht man nämlich auf das Internet Archiv Wayback Machine und sucht nach der Adresse einer Webseite, erscheinen sämtliche veränderte Versionen eines im Internet publizierten Beitrages. Dieses Internet-Archiv aus den USA durchkämmt in unregelmässigen Abständen das gesamte Internet und registriert fast alle Beiträge. Und so sind Veränderungen von Texten jeweils auch dokumentierbar.
Auf http://web.archive.org/web/*/http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/e/ , erscheint eine Übersicht sämtlicher archivierter Versionen von Broders Beitrag vom 26.12.2006. Klickt man auf die acht Seiten aus dem Jahre 2007, so zeigt sich, dass auf jeden Fall in den ersten Monaten dieses Jahres die vom Ankläger geltend gemachte Version vorhanden war (die ersten zwei Einträge sind jetzt, am 5.10.2008, gesperrt). Die Version vom 25. Oktober war Anfang September noch gesperrt (offensichtlich durch den Betreiber von www.achgut.com) und weist jetzt, am 5.10.2008, eine Korrektur des besagten Satzes auf. Es kann deshalb angenommen werden, dass der Angeklagte nach Erhalt der Anklageschrift die inkriminierende falsche Übersetzung gelöscht hatte.

Broders Arroganz und Verachtung gegenüber der Wahrheit kennt keine Grenzen; er hielt die Schweizer Justiz offensichtlich für dumm und dachte wohl, dass das Zürcher Gericht aus lauter Angst vor einem einflussreichen und bekannten jüdischen Journalisten solch plumpe Tricks nicht durchschauen würde.

5. Oktober 2008