Sunday, May 31, 2009

Der Fussballclub Betar Jerusalem und sein Hasslied gegen Araber

Rassismus und Brutalität sind weltweit unangenehm häufige Begleiterscheinungen bei Fussballspielen. Es ist aber nicht überraschend, dass in Israel, wo Exzesse zum Alltag gehören, letzte Woche in diesem Bereich eine Weltpremiere „gefeiert“ wurde. Anlässlich ihrer Cup-Siegesfeier am 26. Mai schlossen sich Spieler von Betar Jerusalem – darunter auch Nationalmannschaftsmitglieder – ihren Fans an und sangen vor laufender Kamera des TV Kanals 2 voller Inbrunst ein antiarabisches Lied.

Betar-Anhänger gelten in Israel, wo arabophobe Einstellungen auch im Gesetzbuch ihre Spuren hinterlassen, als die rassistischsten im ganzen Land. Zu ihrem reichen Gesangsrepertoire gehört ein Lied gegen den begabten Nationalmannschaftsspieler Salim Toama. Toama, ein angepasster Palästinenser mit israelischem Pass, der zurzeit seine Brötchen beim belgischen Standard Lüttich verdient, war zwar gar nicht anwesend beim israelischen Cupfinal vom letzen Dienstag, trotzdem sangen Betar-Fans und Spieler das folgende schauderhafte Lied:

Was macht Salim hier? Weisst Du‘s nicht?

Was läuft hier überhaupt, frage ich?

Von überall höre ich:

Toama, hier ist das Land Israels!

Hier ist das Land Israels, Toama!

Hier ist der Judenstaat!

Ich hasse Dich, Salim Toama!

Ich hasse alle Araber!


Zwei Ausführungen dieses abscheulichen Lieds kann man hier hören und sehen:

http://www.youtube.com/watch?v=KUPQ2qagj7Y&feature=related (Ab :45 Min.)

http://www.youtube.com/watch?v=hyg2BdI04LM&feature=related

Um den Bericht von Channel 2 zu sehen, ist das Video im folgenden Beitrag anzuklicken (Hebräisch):

http://www.mako.co.il/Sports-football-il/israeli-league/Article-12c0ece09c58121004.htm&sCh=3d385dd2dd5d4110&pId=1531521468

Dieser Zwischenfall löste heftige Reaktionen in Israel aus, jedoch keine im Ausland. Toama selber reagierte auf Anfrage von Journalisten gelassen und versuchte den Ball flach zu halten. Er vermutete nachsichtig, dass sein Natinonalmannschaftskollege, Amit Ben Sasson, der in den Berichten namentlich erwähnt wurde und im TV-Beitrag gut erkennbar ist, besoffen gewesen sei. Inzwischen hat sich Ben Sasson bei Toama entschuldigt und den Steilpass Toamas gern entgegegen genommen: Er sei tatsächlich betrunken gewesen, so Ben Sasson. In einem früheren Interview, als es vor einiger Zeit Spekulationen gab, Toama wechsle zu Betar Jerusalem, dementierte der Palästinenser diese Gerüchte. Er meinte, dass ein Transfer wegen der rassistischen Haltung der Fans nicht in Frage komme und er Anfeindungen lediglich auf dem Spielfeld zu kontern pflege. Der Sportreporter fragte Toama unter anderem: «Warum hast Du nicht eine steilere Kariere geschafft?» Als Toama verlegen nach einer Antwort rang, half ihm der Moderator auf die Sprünge: «Es ist doch offensichtlich: Weil Du Araber bist!» In Standard Lüttich wiederum spielt Toama gegenwärtig nicht, weil er Gerüchten zufolge ein Verhältnis mit der Frau des Trainers haben soll.

Gar nicht amüsiert zeigt sich der ehemalige Nationalmannschaftsfussballer, Rifa’at Turk. Als erster Palästinenser, der sich an die Spitze des israelischen Fussballs kicken konnte, musste er jahrelang rüde rassistische Attacken einstecken. Jetzt mag er nicht mehr schweigen. Gegenüber ynet sagte er: «Nicht jeder grosse Fussballer ist ein grosser Mensch. Wer solche Dinge sagt, muss ein ganz kleines Geschöpf, ein Rassist erster Güte und gänzlich ohne Sportgeist sein. Ich akzeptiere solche Zurufe von Fans auch nicht, aber Zuschauer sind nun mal Zuschauer, da ist nichts zu machen. Wenn jedoch ein Fussballer, der bei der Nationalmannschaft spielt, rassistische Sprüche gegen einen Mannschaftskollegen auf der grössten Bühne vor laufender Kamera und damit vor dem ganzen Land klopft, ist das die grösste Sauerei.»

Ein jüdischer Kommentator von ynet zeigte sich über Turk empört und unterstellte ihm eine Überreaktion. Nun, wahrscheinlich hätte es die gesamte Antisemitismus-Industrie („Anti Deafmation League“ & Co.) weltweit und über alle Medien ausgeschlachtet, wäre ein ähnliches Lied über David Beckham gesungen worden. Denn der weltbekannte Engländer hätte für die Nazis wegen seiner Vorfahren als jüdisch gegolten und hat deshalb heute Anspruch auf die israelische Staatsbürgerschaft.

Der „New Fund for Israel“, welcher ein Projekt gegen Gewalt und Rassismus auf den Fussballfeldern betreibt, teilte nach dem rassistischen Vorfall gegen Toama mit, dass er eine Strafanzeige bei der Polizei deponieren werde.

Der Weltfussballverband FIFA erklärte vor ein paar Jahren eine Kampagne gegen Rassismus in den Stadien. Es gilt nun abzuwarten, wie die FIFA auf diese israelische Affäre reagieren wird. Eine Sperre des betroffenen Vereins und von Fussballspielern an internationalen Auftritten wäre sicherlich angebracht, vor allem, weil es sich beim Fussbalclub Betar Jerusalem um einen so genannten Wiederholungstäter handelt.

S.a:

UK politician: Ban racist Betar players

http://www.jpost.com /servlet/Satellite?cid=1243346511571&pagename=JPArticle%2FShowFull

Yvonne Ridley: Kick racism off the pitch

http://www.tehrantimes.com/index_View.asp?code=195706

Sunday, May 24, 2009

Broder verleumdet trotz eines gerichtlichen Vergleichs weiter


"Nobody is perfect" (niemand ist vollkommen) heisst der wunderbare Schlusssatz im Film "Some like it hot" (Manche mögen's heiss). In Zürich sah ich einmal eine treffende Ergänzung auf einem Autosticker: " – but who wants to be nobody" (aber wer will schon (ein) niemand sein).

Dass der Publizist Henryk Broder kein "Nobody" ist (eine absichtliche Doppelnegation) ist zwar bekannt, trotzdem tut er sich sehr schwer, eigene Fehler einzugestehen und auch eine gerichtliche Abmachung diesbezüglich, die er unterschrieb, einzuhalten.

Ich klagte ihn vor zwei Jahren ihn Zürich an, weil er mich als Holocaust-Leugner bezeichnete. Er behauptete, dass ich angeblich keine überzeugenden Beweise für die Vergasung in Auschwitz kenne. Grund für diese Brodersche Verleumdung war eine total falsche Übersetzung eines Nebensatzes aus meiner knappen Mail an den bekannten Holocaust-Leugner David Irving. Eine Mail, die nota bene gar nicht für die Öffentlichkeit gemeint war und für Laien entsprechend nur schwer nachvollziehbar ist. Der Sinn der Email war es, Irving davon zu überzeugen, seine Leugnung aufzugeben. Da er meine Mail ohne meine Kenntnis im Internet veröffentlichte, setzte ich den Briefwechsel mit ihm nicht fort.

Ich schrieb an Irving u.a.:

«…. all the "proofs" against the gas chambers in Auschwitz are not convincing at all».

Was auf Deutsch wörtlich übersetzt heisst:

«…alle "Beweise" gegen die Gaskammern in Auschwitz sind nicht überzeugend».


Broders Übersetzung dieser Passage:

«Die Beweise für die Gaskammern in Auschwitz sind "nicht überzeugend".»

Hier folgt, was mir ein Übersetzer mit Muttersprache Englisch schrieb:

"…I'd say it ["all the proofs against ..."] is not common, but it is acceptable and understandable. If I saw it I would probably guess that the writer was not a native speaker of English. A more usual way to say it would be: "none of the proofs against [whatever it is] are convincing".

[…Ich würde sagen, dass dies [‚alle Beweise gegen'] zwar nicht üblich, aber trotzdem akzeptabel und verständlich ist. Sähe ich eine solche Formulierung, würde ich annehmen, dass die Muttersprache des Autors nicht Englisch ist. Gewöhnlich würde man sagen: Keine der Beweise gegen (was immer das ist) sind überzeugend...]

Die sehr nachsichtige Kritik des Übersetzers richtet sich also nicht einmal gegen den Ausdruck «the "proofs" against». Denn dieser ist weit verbreitet, wie auch eine Google-Recherche belegt. "Proof against" bringt heute 375'000 Treffer in Google und "proofs against…" ergeben noch zusätzliche 18,200 Fundstellen.

Broder hat weder die Grösse, noch das Format, einen Fehler anständig zuzugeben und sich auch entsprechend dafür zu entschuldigen. Im Zürcher Gericht bestand er zuerst darauf, dass seine Übersetzung richtig wäre, danach versuchte er zu leugnen, dass seine falsche Übersetzung überhaupt je auf seiner Webseite gestanden habe. Denn inzwischen, offensichtlich nachdem ihn meine Anklage auf mühsamem Weg doch noch erreicht hatte (seine angegebene Zustell-Adresse in diversen deutschen Prozessen funktionierte nicht, und auf Anfrage des Zürcher Gerichts antworteten die zuständigen deutschen Behörde, dass Broder in Berlin – wie er angibt – gar nicht angemeldet sei), wurde der relevante Text auf seiner Webseite www.achgut.com geändert. Seine Originalfassung ist aber im Internet-Archiv www.archiv.org vorhanden, und auch einige weitere Personen haben die ursprüngliche Version gelesen und den Fehler sofort bemerkt (siehe z.B. Arne Hoffmann: Zeitvertreib zu Weihnachten: Wir basteln uns einen Holocaustleugner ).

In einem Brief an Broders Anwalt empörte sich der zuständige Zürcher Richter über Broders Zickzack-Kurs, und Broders Verurteilung schien deshalb praktisch unvermeidlich. Dann entdeckte mein Anwalt plötzlich, dass die Anklageschrift aus unbekannten Gründen von seiner Kanzlei nicht an zwei Gerichte – wie es das Zürcher Gesetzt vorschreibt –, sondern nur bei einem termingemäss eingereicht worden war. Diese Regel, eine reine Formsache, gehört eigentlich abgeschafft, kann aber trotzdem zur Annullierung eines Verfahrens führen. Deshalb empfahl mir der Anwalt kurz vor der praktischen Verurteilung Broders (obwohl auch Broders Anwalt den Formfehler nicht aufgriff), auf Schadenbegrenzung zu machen und einen aussergerichtlichen Vergleich mit Broder anzustreben.

Am 16. Dezember 2008 war es soweit: Broder wollte sich zwar nicht entschuldigen und bestand darauf, dass er meine Aussage wegen der vermeintlichen und eigentlich nicht existierenden «doppelten Negation»« für missverständlich» halte und deshalb «sie im gegenteiligen Sinn verstanden» habe. Broder nahm aber zur Kenntnis, dass ich mit diesem Nebensatz den NS-Judeozid nicht verleugnen wollte und zog deshalb seine Äusserung zurück.

Broder musste mehrmals daran erinnert werden, dass der von ihm unterschriebene Vergleich auch die Veröffentlichung des Textes auf seiner Webseite vorschreibt. Erst nachdem mein Anwalt mit einem erneuten Gerichtsverfahren gedroht hatte und erst nach Ablauf der gesetzten Frist veröffentlichte Broder am 15. Mai endlich den Vergleich auf www.achgut.com . Mit seinem Kommentar dazu machte er den Vergleich aber schon wieder zunichte:

«Elams Spezialität sind Unklarheiten und Zweideutigkeiten. Der zentrale Satz seines Briefes an Irving gehört in diese Kategorie. Er redet von Beweisen: Wofür? Wogegen? Sollte es heissen: Die Beweise für die Gaskammern sind nicht überzeugend, oder vielmehr: Die Beweise für das Leugnen der Gaskammern sind nicht überzeugend» (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/shraga/ ).

Broder schreibt so, als ob meine Aussage nicht klar sei und auch etwas anderes verstanden werden könne, sprich, dass ich die Existenz von Gaskammern in Auschwitz leugne.

Sogar im von ihm verlinkten Beitrag des österreichischen Journalisten, Karl Pfeifer, wird meine Email an Irving richtig übersetzt:

«… alle "Beweise" gegen die Gaskammern in Auschwitz [sind] überhaupt nicht überzeugend.» (http://www.hagalil.com/archiv/2004/07/aik.htm).

Pfeifer, der absolut kein Fan von mir ist, hat diesbezüglich keine Zweideutigkeit und Unklarheit entdeckt. Er weist in seinem Artikel darauf hin, dass sich die österreichische linke Organisation AIK, die mich zweimal eingeladen hatte, mit dem arabischen Holocaustleugner Dr. Ibrahim Alloush
solidarisiert habe. Dies wusste ich aber seinerzeit nicht. Nach Pfeifers Artikel fragte ich bei Antiimperialistische Koordination (AIK) nach, und nachdem deren Erklärung mich nicht überzeugt hatte, brach ich die Beziehung mit ihr ab.

Pfeifer, der offensichtlich nicht nur besser Englisch als Broder beherrscht, wusste auch, dass am gleichen Tag, als ich an Irving geschrieben hatte, also am 15. April 2000, ein Artikel von mir in der Berner Zeitung erschienen war, in dem ich die Holocaust-Leugner als durchgeknallte Menschen bezeichnete und von einer Überreaktion gegen sie warnte. Dass Pfeifer mit meiner Position nicht einverstanden ist, steht ihm selbstverständlich zu. Dass er einiges missverstanden hat, ist offensichtlich normal bei solch emotional geführten Debatten und zeigt auch, wie notwendig die offene und sachliche Diskussion darüber ist.

Shraga Elam

24. Mai 2009

Hier einige Beiträge zur Broderschen Verleumdung in diesem Zusammenhang:


Thursday, April 30, 2009

Kontext-Sendung: Wie stark darf man Israel kritisieren?


Schweizer Radio DRS Sendung von 24. April 2009 "Wie stark darf man Israel kritisieren?" lässt an Ausgewogenheit viel zu wünschen übrig. Wenn darin zu Recht festgestellt wird, dass mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung den Inhalt von Ahmedineschads Rede in Genf unterstütze, dann darf von SR DRS auch erwartet werden, dass die Stimme so vieler Menschen in irgendeiner Form vertreten ist.

Leider entführte der rassistische iranische Präsident sehr wichtige Inhalte und missbrauchte sie für seine Zwecke. Nichtsdestotrotz müsste man das Thema ‚Existenzrecht Israels' kritisch anpacken. Dies sage ich als israelischer Antizionist, der in Israel geboren und als Frontsoldat an drei Kriegen teilnahm.

Es gibt eine wachsende Anzahl von Juden – darunter auch Bürger Israels –, die der Meinung sind, dass die Gründung des Staates ein Fehler, wenn nicht sogar ein Verbrechen, war. Man realisiert immer mehr, dass es einen Widerspruch zwischen Israel als demokratischem Land und Israel als jüdischem Staat gibt. In einem jüdischen Staat sind per Definition alle nicht-Juden nicht gleichberechtigt.

Selbstverständlich ist der Präsident einer islamischen Republik mit seiner unsauberen Weste bezüglich Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen nicht die richtige Person, Israel wegen Rassismus zu kritisieren, was aber nicht bedeutet, dass die Kritik als solche nicht berechtigt ist.

Bei den Auseinandersetzungen um die Definition der Judeophobie (fälschlicher- und rassistischerweise Antisemitismus genannt) gibt es Anstrengungen, Antizionismus unter diesem Begriff einzuordnen. Diese Bemühungen sind aber umstritten und entbehren nicht selten jeglicher faktischen Basis.

Es ist zu bemerken, dass es beim Antizionismus nicht um eine einheitliche Position gegenüber dem Staat Israel geht, sondern um ein Spektrum von Einstellungen zwischen der totalen Ablehnung jüdischer Präsenz westlich des Jordanflusses und der Ablehnung des Staates Israel als ‚Staat der Juden', der nicht wie normale demokratische Länder ein Staat aller seiner Bürger ist. Entsprechend wird das Konzept des Judenstaates als grundsätzlich rassistisch betrachtet.

Es gibt in der Tat Menschen, die ihren Judenhass und Vorurteile gegenüber Juden mit einer sehr ablehnenden Haltung gegenüber Israel verbinden. Eine automatische Gleichsetzung von Antizionismus mit Judeophobie ist jedoch unhaltbar (s. Text meines Vortrages in Karlsruhe 2003: http://www.cl-netz.de/read.php?id=10739 )

Noch eine kurze Bemerkungen zum Inhalt der Sendung:

  1. Wenn Kollege Andreas Zumach findet, dass man nur die israelische Regierung kritisieren dürfe, dann demonstriert er eine seltsame Auffassung. Wie schon oben ausgeführt ist es nicht nur so, dass Israel gegen die Interessen der meisten Juden verstösst (geschweige denn gegen jene der Palästinenser), sondern dass für diese israelische Politik nicht nur die Regierung Verantwortung trägt, sondern auch das Parlament, das Justizsystem, die Armeeführung und die Gesellschaft im Allgemeinen – einfach in unterschiedlicher Weise. Hinzu kommt die grundsätzliche Problematik eines Judenstaates, wie ich sie bereits weiter oben beschreibe.
  2. Es ist offensichtlich, dass die Tabuisierung eines Themas nie positiv betrachtet werden kann. Wenn Prof. Georg Kreis gerade für eine Tabuisierung im Zusammenhang mit Israel und "jüdischen" Themen und eigentlich für eine "Sonderbehandlung" von Juden plädiert, so ist dies eine klare rassistische Position. Wir Juden haben genug Erfahrung mit der "Sonderbehandlung" (als solche haben ja die Nazis die industrielle Judenvernichtung bezeichnet).
  3. Es erstaunte mich, dass Kollege Yves Kugelmann nicht vermochte, eine kurze brauchbare Definition für Judeophobie zu formulieren. Eine witzige jüdische Begriffserklärung ist folgende: Judeophob ist jemand, der Juden mehr hasst, als nötig wäre". – Aber Spass beiseite. Es ist aufwändig, alle antijüdischen Ausdrucksformen zu beschreiben. Hier eine ganz einfache und allgemeine Definition:
    Judeophobie manifestiert sich durch Hass und/oder negative Vorurteile gegen Juden, weil Sie Juden sind.
    Die Kehrseite der gleichen Medaille heisst Judeophilie und ist ebenso rassistisch. Sie umfasst die ‚Liebe' zu bzw. die positiven Vorurteile gegenüber Juden. Oft ist der nahtlose Übergang vom einen Pol zum andern nicht zu übersehen.

Hier können Sie Bilder einer Demonstration in Jerusalem vom 29. April 2009, dem Unabhängigkeitstag Israels, sehen, an welcher ultra-orthodoxe Juden gegen den "jüdischen" Staat protestierten: Einer ihrer Slogans lautet: "We mourn the 61 Years Zionism – Holocaust of The Jewish Nation." Es gab Manifestanten, die sogar ‚in Sack (und Asche)' gingen. Einen solchen tragen manche Juden nur an einer aussergewöhnlichen Trauerzeremonie.

http://2424.co.il/read_gallery.php?n_id=1116&cat_id=3&tmp=748

http://2424.co.il/images_big/w_v/thumb_69626299e529ab6b3b3a9d0cca22e2a5_w746.jpg).

Sunday, April 26, 2009

Israel - Iran: Doch nicht so spinnefeind

In eckigen Klammern sind Passagen, die keinen Platz in der Zeitung fanden

Sonntag/MittellandZeitnung 26. April 2009

Israel - Iran: Doch nicht so spinnefeind

Die beiden Länder unterhalten seit langem Handelsbeziehungen - ein «Gleichgewicht des Schreckens» besteht bereits

VON SHRAGA ELAM

Wenn sie auf der Bühne der Weltöffentlichkeit stehen, treten sie als «Feinde» auf. Doch betrachtet man die regen Handelsbeziehungen zwischen Israel und Iran, zeigt sich, dass eine andere Realität herrscht.

[Betrachtet man die regen Handelsbeziehungen zwischen den beiden nahöstlichen Ländern, zeigt sich, dass jenseits der gegenseitigen Drohgebärden eine andere Realität herrscht. Über die Geschäfte zwischen den „Feinden“ wird zwar sporadisch berichtet, was aber den Eindruck erweckt, dass dies nur die berühmte Spitze des Eisbergs ist.]

Noch vor zehn Jahren war in der renommierten britischen Zeitschrift «Intelligence Review» zu lesen, dass Israel Waren und Know-how im Wert von mehreren Millionen US-Dollar in den Iran exportiere. Dem «Sonntag» liegen israelische Zolldokumente vor, und diese zeigen, dass in den Jahren 1990 bis 1997 sogar direkter Handel zwischen Israel und dem Iran existierte.

Bis 1996 exportierte etwa der israelische Grosskonzern «Carmel Chemical» mit der Einwilligung der Regierung Chemikalien über Mittelsmänner in Deutschland und der Schweiz in den Iran. Danach wurde auf die Vermittler verzichtet. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma bestätigt dem «Sonntag», dass der Export mindestens bis zu seinem Austritt 2001 fortgesetzt wurde.
Auch Waffensysteme wurden in den Neunzigerjahren mit Bewilligung der Regierung geliefert. Es ging unter anderem um Panzer, High-Tech-Instrumente zur Aufdeckung chemischer Gifte, Gasmasken bis hin zu Substanzen und Know-how zur Herstellung von chemischen Waffen [
(‚Atomwaffen der Armen‘ genannt)].

Das geschah bereits nach dem Iran-Irakkrieg der Achtzigerjahre, als Israel an beide Kriegsparteien Waffen lieferte. Dass israelische Exporte bis heute existiert, beweisen die jüngsten iranischen Meldungen über israelische Zitrusfrüchte, die im Iran zu kaufen sind.
Im Gegenzug importiert Israel seit Jahren Öl und Pistazien aus Persien. Berichte darüber wurden bislang zensuriert, beziehungsweise dementiert. Letztes Jahr veröffentlichte eine zuverlässige israelische Publikation jedoch konkrete Beweise für einen iranischen Öl-Import.

Und im März 2009 diskutierte das israelische Parlament die Frage, ob das Land dem Druck der US-Pistazien-Produzenten nachgeben solle, und den ausgedehnten Import der köstlichen Nüsse aus dem Iran stoppen solle.

Aber auch die Diskussion über die Frage, ob Israel ein möglicher atomarer Angriff von Iran droht, ist nicht mehr so eindeutig mit Ja zu beantworten. Selbst der Militärexperte Yossi Melman, einer der israelischen Scharfmacher und Befürworter militärischer Operationen gegen den Iran, sagte kürzlich, es gebe keine Gewissheit, dass iranische Atombomben überhaupt eine Gefahr für Israel darstellen würden. [Er wolle jedoch der iranischen Führung nicht attestieren, dass sie sich immer vernünftig verhalte.]
Gemäss verschiedenen israelischen Berichten, inklusive jenes des staatlichen Kontrollamtes, bestehe schon heute ein «Gleichgewicht des Schreckens» zwischen den zwei nahöstlichen Ländern, das von beiden Seiten weitgehend respektiert würde. An dieser Situation wird sich auch dann nichts wesentlich ändern, falls Iran tatsächlich in den Besitz von Atombomben käme.
Die islamische Republik setzt ihre volle Zerstörungskraft gegen Israel ohnehin nicht ein, sie überlässt die militärische Auseinandersetzung lieber «Stellvertretern» wie der palästinensischen Hamas-Bewegung oder der libanesischen Organisation Hizballah.

[Die iranische Führung verhält sich viel rationaler als es ihre Unterstützung für die irre Holocaust-Leugnung vermuten lässt. Denn auch mit konventionellen Raketen könnte der Iran, wie auch die affiliierte Hizballah, sehr empfindliche Ziele in Israel treffen.]

[Der Iran könnte mit konventionellen Raketen sehr empfindliche Ziele in Israel treffen.]

[Dort wurden, anstatt beispielsweise mehrere dezentrale Solarkraftwerke, nur einige konventionelle Energieanlagen erbaut. Nur wenige Raketen genügen, um diese auszuschalten und die Stromversorgung des Landes lahmzulegen.]

Viele hochgefährliche Industrieanlagen befinden sich in unmittelbarer Nähe dicht besiedelter Gebiete. Ein einziger Raketentreffer in den riesigen Ammoniaktank in der Nähe von Haifa könnte gemäss einem offiziellen Report den Tod von mindestens 100 000 Menschen verursachen. [Der Ingenieur Shabtai Azriel sieht darin eine existenzielle Gefahr für Israel, die grösser als der US-Atombombenabwurf auf Nagasaki sei, welcher „lediglich“ 70.000 Menschenleben forderte.]


Iran setzte sein Zerstörungspotenzial aber weder im Krieg 2006 zwischen der Hizballah und Israel, noch während der israelischen Militäroperation in Gaza vor einigen Monaten ein. [Ha’aretz glaubt sogar, dass der Iran 2006 mässigend auf Hizballah eingewirkt, und Raketenangriffe auf Tel-Aviv verhindert habe.

Der wichtige Kommentator derselben Zeitung, Aluf Benn, warnt davor, mit der iranischen Bedrohung zu übertreiben. Diese Angstmacherei lasse nur eine militärische Option offen und versetze die israelischen Bürger in Panik vor einem bevorstehenden neuen Holocaust, was wiederum eine Massenflucht provozieren. Damit hätte Ahmadineschad bereits gewonnen, ohne einen einzigen Schuss abgegeben zu haben.

Der bedeutende israelische Experte, Prof. Shai Feldman, plädierte schon 1984 für ein Gleichgewicht des Schreckens im Nahen Osten, welches die Stabilität der Region erhöhen könnte. Gemäss Feldman und anderen israelischen Sachverständigen könne das Land auch mit einem atomaren Iran leben. Dafür müssen allerdings noch mehr Sicherheitsmechanismen entwickelt werden, damit kein Spinner auf die Idee kommt, auf den roten Knopf zu drücken. Aus der Sicht der herrschenden israelischen Politik gibt es bei dieser Kursänderung zwei grosse Nachteile: Israel muss offen zugeben, dass es Atomwaffen besitzt und akzeptieren, dass es nicht mehr die einzige Atommacht in der Region ist.]
Die Obama-Administration setzt offensichtlich auf eine diplomatische Lösung des gesamten Nahost-Konflikts und will eine militärische Operation ganz ausschliessen. Laut der israelischen Zeitung «Yediot Achronot» drohe die USA, die finanzielle Unterstützung zu stoppen, falls Israel Iran im Alleingang angreifen werde. Diese Meldung wurde von Washington zwar dementiert, sie zeugt jedoch von einem Umdenken.

[Dieser Wandel wird Israel dazu zwingen, bessere Mechanismen aufzubauen, die das «Gleichgewicht des Schreckens» garantieren. Es müsste dann offen zugeben, dass es Atomwaffen besitzt und akzeptieren, dass es nicht mehr die einzige Atommacht in der Region ist.]

Ein Google-Earth-Bild vom Ammoniak-Tank, welches einer israelischen Sendung im Staats-TV entnommen wurde.

Thursday, April 23, 2009

Prof. Suleiman against Mossad t-shirt








(Translated from Hebrew by George Malent)


Below is a description by my friend Prof. Ramzi Suleiman, former head of the Psychology Department at the University of Haifa, of an incredible incident that occurred at the beginning of April and which reflects in various ways the pathological situation in Israel. Ramzi, like many others who fear the completion of the ethnic cleansing in Palestine, was not at all amused by an expression of Israeli "humour" that really kills.

Monday, April 13, 2009

Zur Debatte zwischen Tamar Amar-Dahl und Moshe Zimmermann über den Zionismus

Wie der Rabbiner im bekannten Witz, möchte ich gleich beiden – Tamar Amar-Dahl sowie Moshe Zimmermann – recht geben. Denn der Zionismus stellte sich (noch vor dem Nazi-Judeozid) einerseits als eine Antwort auf die europäische Judeophobie dar, anderseits trat und tritt diese nationale Bewegung mehrheitlich als kolonialistische Bewegung in Palästina auf.

Der Zionismus war und ist nie wirklich interessiert an der Bekämpfung der Judeophobie. Dies zeigt z.B. die heftige Verteidigung Prof. Werner Sombarts durch Zionisten 1911. Sombart war ein profilierter Gegner der Gleichberechtigung für Juden in Deutschland und wurde entsprechend von mehreren Juden heftig kritisiert.

Dass Israel nie eine wirkliche Antwort für die Judenverfolgung war, demonstriert das unverschämte Verhalten gegenüber Shoa-Überlebenden in Israel und die Tatsache, dass in keinem anderen Land Juden so bedroht sind wie in Israel. Die israelischen Regierungen haben russisches Roulette mit dem Leben ihrer BürgerInnen gespielt. Ein einziger Treffer auf den riesigen Ammoniak-Tank in der Nähe von Haifa durch eine konventionelle Rakete könnte beispielsweise mindestens 100,000 Menschen töten. Trotz des mangelnden adäquaten Schutzes für die Ammoniak-Lager lancierte die israelische Regierung im Sommer 2006 die "Abenteuer" gegen die Hisbollah und riskierte damit auch das Leben der Bewohner Haifas und dessen Umgebung.

Hinzu bedroht die israelische Politik Juden in der ganzen Welt. Denn diese ist wie Öl in die glimmende Asche der bestehenden antijüdischen Vorurteile. Das dadurch entfachte judeophobe Feuer dient als weitere angebliche Rechtfertigung für Israel als vermeintlicher Zufluchtsort für Juden und als Antisemitismus-Keule, die gegen Israel-Kritiker geschwungen wird (s. meinen Artikel von 1987: Antisemitismus - der nützliche Idiot des Zionismus).

Gegenüber den PalästinenserInnen trat und tritt der Zionismus wie gesagt mehrheitlich als kolonialistische Bewegung auf, deren zwei Hauptbestrebungen es ist,

  1. die einheimische Bevölkerung zu vertreiben

    und/oder
  2. sie als billige Arbeitskraft auszubeuten.
    Auch die Zwei-Staaten-"Lösung" ist nichts anderes als eine Art postkolonialistische Regelung, gemäss welcher die Ausbeutung und Unterdrückung an die palästinensische Autonomiebehörde ausgelagert werden soll.

Der letzte Gaza-Krieg demonstriert die unausgesprochene herrschende heutige Doktrin:
die Fortsetzung und Vollendung der 1948 begonnenen ethnischen Säuberung (s. z.B. http://shraga-elam.blogspot.com/2008/05/albrecht-drer-die-apokalyptischen.html ). Die Massenvertreibung der PalästinenserInnen aus Gaza fand im Rahmen der Operation "gegossenes Blei" aus zwei Hauptgründen nicht statt:

  1. Die Ägypter hielten den Grenzübergang dicht.

  2. Der palästinensische militärische Widerstand fiel erstaunlich schwach aus. Die Anzahl der jüdischen Toten, vor allem unter der Zivilbevölkerung, rechtfertigte nicht den Übergang zur sog. Phase 3 der israelischen Operation. Ein zukünftiges palästinensisches Mega-Attentat aber würde höchstwahrscheinlich grünes Licht von den USA für eine neue Nakba mit sich bringen.

Der von Tami erwähnte israelische Militarismus ist zugleich die Folge der kolonialistischen Politik und später die Ursache dieser geworden. Zu bemerken ist noch, dass der Zionismus in seinen Anfängen nicht gewalttätig war.

Thursday, March 19, 2009

Broders leichtsinniger Umgang mit der Wahrheit


Der erfolgreiche deutsche Behauptungsjournalist Henryk M. Broder argumentiert oft unfundiert, was seine Popularität aber nicht mindert, ganz im Gegenteil. Wie der Anthropologe Edmund Leach scheinen Broder und seine Fans von Fakten gelangweilt zu sein.

Konfrontiert mit seinem Fehler hat der (Zu-)Schnell-Leser Broder nicht einmal die Grösse, seine Entgleisung zuzugeben und sich entsprechend zu entschuldigen. Nur knapp, wegen eines kleinen technischen Fehlers meiner Anwaltskanzlei, entging der Polemiker einer Verurteilung, weil er mir fälschlicherweise Holocaustleugnung unterstellte.

Weder der Richter, noch Broders Verteidiger bemerkten den inhaltlich bedeutungslosen Lapsus des Anwaltsbüros. Mein Rechtsvertreter empfahl mir trotzdem, vorbeugend auf einen Vergleich einzugehen.

Im Vergleich steht u.a. Folgendes:

  1. Henryk M. Broder hat auf der Internet-Seite www.achgut.de am 26.12.2006 behauptet, Shraga Elam habe im Jahre 2000 in einem E-Mail an den bekannten Holocaust-Leugner David Irving geschrieben «…die Beweise für die Gaskammern in Auschwitz sind "nicht überzeugend"».
  2. Im erwähnten Email schrieb Shraga Elam aber auf Englisch: «…. all the "proofs" against the gas chambers in Auschwitz are not convincing at all», was auf Deutsch wörtlich übersetzt heisst: «…alle "Beweise" gegen die Gaskammern in Auschwitz sind nicht überzeugend».
  3. Broder hält die Aussage Elams wegen der doppelten Negation für missverständlich und hat sie im gegenteiligen Sinn verstanden. Er nimmt zur Kenntnis, dass Elam Irving mitteilen wollte, er halte die "Beweise" für das Nichtbestehen der Gaskammern für nicht überzeugend und er infolge eines sprachlichen Missverständnisses die Äusserung von Elam so interpretiert hat, dass damit Elam als Holocaustleugner erscheint. Er zieht deswegen seine Äusserung zurück.

  4. Diese Richtigstellung wird auf den Internetseiten Broders und dem Internetblog von Elam publiziert.

  5. Dieser Vergleich ist im übrigen unpräjudizierlich für die Standpunkte der Partein in dem noch zwischen ihnen hängigen Verfahren.

  6. Gestützt auf diesen Vergleich zieht Shraga Elam seinen Strafantrag zurück.

  7. Die Parteien übernehmen die Gerichtskosten je zur Hälfte und verzichten gegenseitig auf eine Prozessentschädigung.
Zürich, den 12. Dezember 2008
(Der vollständige Vergleich auf Scribd)


In einem anderen noch hängigen Prozess fügte Broder hinzu, dass meine Formulierung, «…the "proofs" against...», nicht korrekt und unklar sei. Zwei englische Übersetzer (mit Muttersprache Englisch) fanden meine Aussage hingegen absolut klar und den Ausdruck "proofs aganist" üblich, was auch bei einer Google-Recherche bestätigt wurde. Beide sagten, unabhängig von einander, dass sie «none of the "proofs" against…» schreiben würden, d.h., dass das Wort "all" in diesem Kontext nicht korrekt, aber durchaus verständlich sei.

Soweit zur englischen Sprache. Weiter zu meinem Prozess gegen Broder können Sie hier lesen:

http://shraga-elam.blogspot.com/2008/10/henryk-broder-dichtet-mir-eine.html

Die Verurteilung Broders in dieser Sache war praktisch sicher. Denn es ist mir eindeutig gelungen, seine Übersetzung als falsch und verleumderisch zu beweisen. Darüber hinaus ärgerte der deutsche Publizist den Zürcher Richter nach der ersten Verhandlung mit seiner plötzlichen haltlosen und unwahren Beteuerung, dass sein inkriminierender und falsch übersetzter Nebensatz («…die Beweise für die Gaskammern in Auschwitz sind "nicht überzeugend"») gar nicht in seinem Text gestanden habe.

Trotz des Eingangs erwähnten kleinen verfahrenstechnischen Versehens konnte Broders peinlicher und leichtsinniger Umgang mit der Wahrheit also klar belegt werden.



Tuesday, March 17, 2009

«Amnestie für potenzielle Hinterzieher»

Sonntag (MittellandZeitung) 15.3.2009

(Volle Version unten)

Ivo Hoppler* über die Hilfe der Schweiz bei Steuerhinterziehung durch Ausländer

Herr Hoppler, wie beurteilen Sie den Entscheid, Rechts- und Amtshilfe auch bei Steuerhinterziehung zu gewähren, aber keine «Fishing Expedition» zu` unterstützen?

Ivo Hoppler: Das ist eine vernünftige Lösung. Wichtig scheint mir, dass es zu keinem automatischen Datenabgleich kommt. Es gilt aber auch, Ubergangslösungen anzustreben, zum Beispiel eine Amnestie für potenzielle Steuerhinterzieher mit Schweizer Konten in ihren jeweiligen Ländern zu erreichen.

Was passiert denn nun, wenn die deutschen Behörden bei Herrn Hansen in Hamburg bei einer Hausdurchsuchung einen Kontoauszug einer Schweizer Bank finden?

Dann muss die Bank Auskunft über das genannte Konto geben, vielleicht sogar über alle Konten des Herrn Hansen.

In der Schweiz lagern Milliarden nicht ie- versteuerter Gelder aus der EU. Zudem Er wollen die Amerikaner die Herausgabe 7a- von 52 000 Kundendaten. Was sollen n- die Betroffenen tun?

Als Amerikaner würde ich mir einen Steueranwalt nehmen und die Frage einer Selbstanzeige prüfen. Dies vor dem Hintergrund, dass die Schweiz unter Druck bereits 300 Daten herausgegeben hat. Als EU Bürger würde ich derer zeit abwarten, wie die Verhandlungen. m über die Doppelbesteuerungsabkommen laufen, und auch darauf hoffen, dass die Schweiz mit einigen Ländern eine Steueramnestie aushandeln kann. Auch hier ist je nach konkretem Fall eine Selbstanzeige zu prüfen.

Wie hätte das Amtshilfeverfahren in Sachen UBS besser laufen können?

Ich kann mir vorstellen, dass es bei solchen Fällen eine Art Fallmanager geben muss, um den Prozess zu beschleunigen. Es brauchte ein Projektmanagement mit klarer Zeitrahmensetzung.

Um wie viel hätte sich das Verfahren denn beschleunigen lassen?

Erfahrungsgemäss lassen sich mittels idealer Koordination der Abläufe die Verfahren um 30 bis 50 Prozent kürzen. Ich bin der Ansicht, dass sich auch die grossen Wirtschaftsfälle wie zum Beispiel Swissair oder Erb beschleunigen liessen. Hier sollte es möglich sein, mittels Projektmanagement und unter Einbezug der Privatwirtschaft (Anwaltskanzleien usw.) in etwa drei Jahren abzuschliessen. Eine möglichst zeitnahe, an die Ereignisse folgende Untersuchung und Klärung der ermittelten Sachverhalte vor Gericht ist für eine intakte Rechtshygiene eines Landes äusserst wichtig.

INTERVIEW: SHRAGA ELAM/ARTHUR RUTISHAUSER

* Ivo Hoppler war bis 2007 Zürcher Staatsanwalt, spezialisiert auf grosse und komplexe Geldwäscherei- und Rechtshilfeverfahren. Seit 2008 ist er Leiter der Forensic & Dispute Services der Deloitte AG und Lehrbeauftragter an der Uni St. Gallen.


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Volle Version:


"Um den ausländischen Druck auf die Schweiz zu reduzieren, müssen die Amts- und Rechtshilfeverfahren beschleunigt werden", fordert der erfahrene Jurist Ivo Hoppler*.


Herr Hoppler, wie beurteilen Sie den Entscheid, Rechts- und Amtshilfe auch bei Steuerhinterziehung zu gewähren, aber keine «Fishing Expedition» zu` unterstützen?


Ivo Hoppler: Das ist eine vernünftige Lösung. Wichtig scheint mir, dass es zu keinem automatischen Datenabgleich kommt. Es gilt aber auch, Ubergangslösungen anzustreben, zum Beispiel eine Amnestie für potenzielle Steuerhinterzieher mit Schweizer Konten in ihren jeweiligen Ländern zu erreichen.

Was passiert denn nun, wenn die deutschen Behörden bei Herrn Hansen in Hamburg bei einer Hausdurchsuchung einen Kontoauszug einer Schweizer Bank finden?

Dann muss die Bank Auskunft über das genannte Konto geben, vielleicht sogar über alle Konten des Herrn Hansen.

Vor einiger Zeit beschrieb Der Spiegel, wie der Filmproduzent Atze Brauner ein grosses Darlehen von einer Schweizer Bank bekommen habe obwohl er als Garantie praktisch wertlose Immobilien anbot. Für Kenner war klar, dass er eigentlich kein Darlehen erhielt, sondern so sein Schwarzgeld aus der Schweiz zurückholte. Dieser Geldwäsche-Mechanismus ist bekannt. Würde die Schweiz in einem solchen Fall Auskunft über ein allfälliges Konto erteilen?


Nach der neuen Regelung ganz klar ja. Da der Fall nach einem Steuerbetrug mit Beihilfe der Bank aussieht, wäre es denkbar, dass vielleicht auch früher Hilfe geleistet worden wäre. Ein Medienbericht kann demnach als ausreichender Hinweis gelten, damit ausländische Steuerbehörden zu ermitteln beginnen. Aus Sicht der Schweizer Behörden dürften aber neben dem Presseartikel noch weitere Hinweise nötig sein, die auf ein Steuerdelikt schliessen lassen um einen konkreten Anfangsverdacht wirklich zu begründen.

In der Schweiz lagern Milliarden nicht versteuerter Gelder aus der EU. Zudem wollen die Amerikaner die Herausgabe von 52000 Kundendaten. Was sollen die Betroffenen tun?


Als Amerikaner würde ich mir einen Steueranwalt nehmen und die Frage einer Selbstanzeige prüfen. Dies vor dem Hintergrund dass die Schweiz unter Druck bereits 300 Daten herausgegeben hat. Als EU Bürger würde ich derzeit abwarten wie die Verhandlungen der Doppelbesteuerungsabkommen laufen und auch darauf hoffen, dass evt.die Schweiz mit einigen Ländern als Flankierende Massnahme eine Steueramnestie aushandeln kann.Auch hier ist je nach konkretem Fall eine Selbstanzeige zu prüfen

Wie hätte das Amtshilfeverfahren in Sachen UBS besser laufen können?

Ich könnte mir vorstellen, dass bei solch wichtigen Fällen es eine Art Fallmanager geben muss, um den Prozess zu beschleunigen. Es bräuchte ein Projektmanagement mit klarer Zeitrahmensetzung.

Funktioniert das besser in der Privatwirtschaft?


Generell glaube ich ja.Um einen Fall zu bearbeiten, kann ich sofort ein Team bilden. Es ist auch einfacher, Prioritäten zu setzen. Die Untersuchungen werden nicht einfach liegen gelassen, weil dies andere Tagesgeschäfte fordern. Das würde kein Kunde tolerieren. Mir ist erzählt worden, dass das im Fall der UBS-Amtshilfe passierte und das Zusammenspiel zwischen den jeweiligen Behörden und Institutionen noch entwicklungsfähiger wäre. . Wenn man vom Anfang an einen klaren Ansprechpartner gehabt und den Amerikanern einen Zeitrahmen vermittelt hätte, dann wäre es meiner Meinung nach anders gelaufen. Letztendlich hatten wir in diesem Fall aber ein Spannungsfeld zwischen

Um wie viel hätte sich das Verfahren dank einem Projekmanager beschleunigen lassen?


Erfahrungsgemäss lassen sich mittels idealer Koordination der Abläufe die Verfahren um 30 bis 50 Prozent kürzen. Ich bin der Ansicht, dass sich auch die grossen Wirtschaftsfälle wie z.B. Swissair oder Erb etc, beschleunigen liessen.Hier sollte es möglich sein, mittels Projektmanagment und unter Einbezug der Privatwirtschaft (Anwaltskanzleien etc.) in etwa drei Jahren abzuschliessen. Eine möglichst zeitnahe an die Ereignisse folgende Untersuchung und Klärung der ermittelten Sachverhalte vor Gericht ist für eine intakte Rechtshygiene eines Landes äusserst wichtig. .

Niemand im In- und Ausland versteht die lange Dauer von Schweizer Verfahren mit Auslandsbezug wie z. Bsp. bei der Rechtshilfe etc.Warum passiert nichts?


Es fehlt nicht an Motivation, Integrität und Ausbildung der Mitarbeiter, aber die Strukturen in welche Potentiale eingebettet sind, sind meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäss.Bei kleinen Fällen funktioniert das System, nicht so bei grösseren. Denken Sie an den Fall Swissair mit 3000 Ordnern. Sie können vereinfacht ausgedrückt nicht einfach durch drei teilen und sagen: "dies ist ein Teamwork". Es fehltevon Beginn an an Erfahrung mit neuen Methoden des Projektmanagements und der Führung. Dies musste zuerst erarbeitet werden und stand nicht von Anfang an zu Verfügung. Meiner Meinung nach hätte eine Taskforce unter Einbezug auch auswärtiger Experten hier abhilfe geschaffen..
Schauen Sie, spezialisierte Unternehmen im Verbund mit Anwaltskanzleien arbeiten viel grössere Fälle (Siemens etc.) in kürzerer Zeit ab. Mein Anliegen wäre hier durch Einsatz von Kooperation, Arbeitsmethodik und Technik die Dauer einer Untersuchung zu reduzieren. , denn das Vertrauen in den Staat ist ein verderbliches Gut. Die Gesellschaft hat einen Anspruch auf zeitnahe Klärung der Vorgänge sowie die einzelnen Betroffenen auf eine schnelles und korrektes Verfahren um Ihnen und den Angehörigen eine über mehrere Jahre dauerne Untersuchungsagonie zu ersparen.

Interview: Shraga Elam/Arthur Rutishauser


* Ivo Hoppler war bis 2007 Zürcher Staatsanwalt, spezialisiert auf grosse und komplexe Geldwäscherei- und Rechtshilfeverfahren. Seit 2008 ist er Leiter der "Forensic & Dispute Services" der Deloitte AG. Er ist auch Lehrbeauftragter für "Wirtschaftskriminalistik" sowie "Corporate Governance and Managerial Finance" an der Universität St. Gallen (HSG).





Monday, March 9, 2009

U.S. Army document describes Israel as 'a nuclear power'

It is obvious that generations of US administrations have known about the Israeli nuclear power, but they have not been not interested in exposing it publicly.
This a good solution for retaining the NPT and still allow Israel to have nukes.
E.g. not a single mainstream US paper was interested in the following story: How Israel's nuclear secret just slipped out - http://tinyurl.com/684co4

The US statement from 2008 is surprising, although it is rather hidden in a lengthy text and it is interesting that Amir Oren from Ha'aretz is exposing it in his article:

“In a rare breach of official American adherence to Israel's policy of nuclear ambiguity, the U.S. military is terming Israel "a nuclear power" on a par with Russia, China, India, Pakistan and North Korea, all of which have declared their nuclear weapon status, and ahead of "nuclear threshold powers" Japan, South Korea and Taiwan, and the "emerging" Iran.“
Ha’aretz, 8.3.2008 http://www.haaretz.com/hasen/spages/1069303.html

In the original US document in the chapter: The Proliferation of Weapons of

Mass Destruction (page 37) one can read:


"In effect, there is a growing arc of nuclear powers running from Israel in the west through an emerging Iran to Pakistan, India, and on to China, North Korea, and Russia in the east." "Joint Operating Environment", November 2008 http://www.jfcom.mil/newslink/storyarchive/2008/JOE2008.pdf

Obviously Oren expresses the opinion of the Israeli faction in the Israeli military establishment, to which also Avner Cohen belongs, that opposes the ambiguity nuclear policy, while supporting the stance that Israel but no other country in the ME should possess the nukes.

Sunday, March 8, 2009

Israel-Korrespondent des Schweizer TV gegen ultraorthodoxe Juden

Man braucht kein professioneller "Antisemiten-Jäger" zu sein, um beiliegenden Blog-Text des Israel-Korrespondenten des Schweizer Fernsehens SF DRS, André Marty, bedenklich zu finden:

http://www.andremarty.com/index.php?/archives/229-Black-Power-IIIV-Gesegnet,-wer-beim-Fallen-Geld-vermehre.html.

Auf meine Kritik ging Marty inhaltlich nicht ein. In seiner Antwort auf meine Mail (siehe unten) erhielt ich lediglich den Hinweis, ich könne diese auf seinem Blog veröffentlichen.

Sein Beitrag ist ganz klar rassistisch angehaucht. Es ist immer traurig, wenn berechtigte und notwendige Kritik an Israel bzw. an dort herrschenden Zuständen von solchen Tönen begleitet, oder, wie in diesem Fall, durch solche ersetzt wird.

Wohl ist Vieles an der politischen und gesellschaftlichen Rolle von Ultraorthodoxen zu kritisieren. Nur eignet sich der von Marty beschriebene Fall dafür überhaupt nicht.

Journalisten sind gut beraten, sich zu fragen, inwiefern die eigenen Vorurteile - oder jene ihrer Informanten - die Berichterstattung prägen.

Shraga Elam

Zürich/Schweiz

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3. März 2009

Lieber Kollege Marty

Ihr Ton und der Inhalt Ihres Beitrags zum Fall des Rabbiner-Ehepaars Gamliel und der Fluggesellschaft Israir gefallen mir gar nicht (http://tinyurl.com/agh34x)

Offensichtlich sei den beiden Glatt-Koscher-Essen versprochen worden, was die Fluggesellschaft nicht erfüllte, und zudem hätten sich die Angestellten im Flieger wie auch auf dem Boden den ultraorthodoxen Klägern gegenüber auch noch frech und unanständig benommen.

Sie, lieber Kollege, „vergassen“ auch die vollständige Argumentation der Gamliels zu erwähnen, nämlich dass die Rabbinerin, da sie ja nichts während des langen Fluges zu sich genommen hatte (gemäss Urteil weder Nahrungsmittel, noch Getränke), beim Verlassen des Jets einen Schwächeanfall erlitten habe und deshalb hingefallen sei.

Der Richter folgte diese Argumentation übrigens nicht und meinte, dass er nicht davon überzeugt sei, dass der Sturz mit dem aufgezwungenen Fasten zu tun habe. Hingegen ereignete sich das Malheur in einem Bereich, für welchen die Fluggesellschaft verantwortlich sei.

Die Fluggesellschaft vertrat den Standpunkt, dass es nicht um eine Verpflichtung gegangen sei, Glatt-Koscher-Gerichte zu liefern, sondern lediglich um eine Bitte seitens der Fluggäste, und deshalb müsse sie auch kompensiert werden.

Ein Zeuge sagte dazu, dass die Flight Attendant im Besitz einer Liste anderer Fluggäste gewesen wäre, die Glatt-Koscher bestellt hatten. Das Rabbiner-Ehepaar sei aber nicht darauf aufgeführt gewesen.

Für den Richter war diese Aussage entscheidend. Sie bewies, dass die Fluggesellschaft auch diese speziellen Bestellungen entgegengenommen hatte und dass die Fluggäste davon ausgehen konnten, dass sie entsprechend bedient werden. Der Richter ist der Meinung, dass für streng religiöse Menschen, wie die Kläger, normal Koscher nicht gut genug sei und dass sie auch den Anspruch geltend machen können, was Sie in Ihrem Beitrag seltsamerweise negieren.

Stellen Sie sich vor, dass ein Veganer mit der Swiss fliegt und das Versprechen bekommt, er würde entsprechende Speisen erhalten. Auf dem Flug gäbe es dann aber lediglich normal Vegetarisches zu essen. Würden Sie dann die Swiss in Schutz nehmen und den reklamierenden Fluggast als lächerlich und geldgierig darstellen, wenn er um eine Entschädigung kämpft?

Ich bin weder ultraorthodox, noch orthodox. Ich bin gegen Heuchelei, inklusive religiöse. Ich bin aber für Religionsfreiheit und deshalb der Meinung, dass die Essgewohnheiten auch dieser zwei ultraorthodoxen Personen besonders von einer israelischen Fluggesellschaft zu respektieren sind, vor allem, wenn diesbezüglich eine Verpflichtung ausgesprochen wurde.

Der Richter folgte übrigens nicht allen Argumenten der Kläger. Diese behaupteten, dass die Flight Attendant sie während des Fluges nicht mit Wasser bedienen wollte und gesagt habe, sie sollten sich im hinteren Teil des Flugzeuges selber bedienen. Da der Ehemann jedoch gehbehindert ist, sei ihm dies unmöglich gewesen. Der Richter fand aber, dass doch die Ehefrau hätte Wasser holen können.

Ich habe auf einem langen Flug vom Personal noch nie solch freche Antworten bekommen. Die Gäste erhielten jeweils lediglich den freundlichen Hinweis, dass man sich auch hinten in der Maschine selber bedienen gehen könne (nicht müsse).

Ich verstehe ausserdem nicht ganz, was dieser Fall mit dem kriminellen Fahrer des Satmar-Rabbiners zu tun hat.

Sie wollten doch damit nicht etwa behaupten, dass ultraorthodoxe Juden kriminell und geldgierig sind?

Freundliche Grüsse

Shraga Elam

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Sunday, February 15, 2009

Israel`s elections: not a shift to the right (2)

According to the convincing analysis of the election that I saw on the Israel TV Channel 1 on Friday, it seems that since the revolutionary shift of 1977 the so called right bloc in Israel has around 65 seats in the Knesset.


The Kadima party, which is a fusion of factions from the Likud and from "Labor" lost most of its Likud supporters, who went back to the mother party but on the other side gained the support of "Labor" and Meretz voters. For some Meretz voters it was obviously like in the past voting for the "Labor" party ("bechol zot Ma'arach"). Livni gained so much because of the slogan Bibi or Tzipi. The pollsters defined the vote for Livni as a blocking vote, meaning that it meant to block Netanyahu. This was unlike the vote for the pensioners party Gil in the last elections, which was mainly a protest vote.

Barak's "Labor" actually gained because of the Gaza war, because before "Operation Cast Lead" the polls projected that it would win 6-7 seats and the elections it got 13 seats. One can say that Kadima and Labor gained because of the Gaza war and Netanyahu continuously lost support since the beginning of the war (see the enclosed graphic which depicts the Likud declines – the upper line - http://rotter.net/User_files/forum/499528c9466ae3be.jpg ).
Considering that there are no real differences on Palestinian issues between Likud, Kadima and "Labor" (if one does not take declarations of face value, but looks at the real policies), one can hardly talk about a shift to the right.

According to the analysts, Lieberman's gains are mainly coming according from the Gil Party that disappeared, Shas and other right-wing parties.

There is no doubt that Netanyahu wants a coalition with Kadima. He declared it many times. Just like he blocked the radical right-wingers in his own party (Moshe Feiglin and friends) he has no interest in building a government based on the support of the extreme right and they would not give it anyway, unless he makes some concrete commitments.

As it is, according to assessments of Israeli "experts", Netanyahu does not have the support of 61 seats that is necessary even to be invited to build the next government.

The main problem between Kadima and Likud is not ideological but that Livni wants to share the office of Prime Minister on a rotation basis as was the case in the '80s; and for the time being Netanyahu refuses.

In this poker game the winner will be the one with the stronger nerves. Lieberman's chance to be part of the new coalition are very low, not so much because of his racist position, but because of his demand to secularize the Israeli marriage system. In the last government he had this matter in the guidelines but it was not implemented. This time he promised to his voters that it will not remain abstract.

Along the line of this analysis the US president Obama is obviously asked by the Likud to pressure Kadima to form such a centrist government.

The enclosed Sunday Telegraph article seems to be inspired by the Likud, who is obviously very desperate to have Kadima on board but is not ready to pay the price Livni wants: a rotation in the PM job.

The article reads like a Netanyahu appeal to Obama to help him construct a centrist government

The bottom line is that the new Israeli government can be expected more or less to continue the line of the old one, i.e. of letting the so-called two-states option stay open while acting against it and slowly escalating measures against the Palestinians.


In the crude language of an Israeli sticker found also on Tela Aviv walls before the election:

Bibi +Tzipi=Zibi*

"Whichever way we look at it, from Zipi and Bibi we are going to get Zibi!!!!"

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*Arabic word for "my dick."



Friday, February 13, 2009

Ma’ariv: negotiations for a unity government without Lieberman


 

The Israeli daily Ma'ariv confirms today my analysis from yesterday that the logical consequence is that there will be a unity government consisting of Likud, Kadima and the "Labor" without Avigdor Lieberman and the ultra-orthodox (SHASS).

Ma'ariv: http://www.nrg.co.il/online/1/ART1/853/199.html?hp=0&loc=1&tmp=5307 (Heb.)


 

Ma'ariv reports about high level negotiations and that there are several problems to be solved like the Likud's demand that Tzipi Livni will abandon her demand to be PM.

According to Ma'ariv there is a broad support for this step in all the three parties. It has to be remembered that generally speaking there are no real ideological differences between the three parties.